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Vakuumdämmung
Fragen und Antworten

Wie gut isoliert die Vakuumdämmung?

Besser als Sie denken: mit nur 35 mm erreichen Sie die Forderung der Wärmeschutzverordnung, wo mit Standard Dämmstoffen 160 bis 200 mm erforderlich sind.

In welchen Plattenstärken wird Vakuumdämmung eingebaut?

Üblicherweise werden Vakuumpaneele mit 30 bis 50 mm verbaut, nach Wärmeschutzanforderung und tatsächlichem Platzangebot optimiert.

Ist die Vakuumdämmung umweltverträglich?

Die Vakuumdämmpaneele können zu 100% recycelt werden. Eine entsprechendeEPD- Produktdeklaration liegt vor. 

Wie viel kostet die Vakuumdämmung?

Verbindliche Angebote werden nach Ihrem Bedarf erstellt: Richtpreise für übliche Anwendungen mit einem U-Wert von 0,19 liegen im Bereich von 70 - 150 € + MwSt. und Fracht.

Kann die Vakuumdämmung nachträglich bearbeitet oder 
durchbohrt werden?

Nein! Ein genaues Aufmaß erlaubt einen exakten Verlegeplan, welcher zudem die zügige Verlegeung auf der Baustelle unterstützt.

Wie haltbar ist die Vakuumdämmung?

Unverletzte Paneel halten den Unterdruck über einen Produktlebenszyklus von 30 - 50 Jahren, gewährleisten also den in der Zulassung hinterlegten Wärmedämmwert.

Sind Vakuumdämmpaneele auch kurzfristig lieferbar?

Ja! Mit unserem System Vakuspeed machen wir das Unmögliche möglich.

Muss die Vakuumdämmung von einem Fachbetrieb eingebaut werden?

Nein, wichtig ist jedoch eine Einweisung durch uns.

Sind Sonderformate bei den Vakuumdämmpaneelen möglich?

Ja, wir fertigen sowohl Rechteckpaneele als auch Vielecke auf Maß als Ergänzung zu unseren kostengünstigen Standardformaten. Lieferezeit ca 20 statt 8 Arbeitstage.

Was brauchen wir für den Verlegeplan?

Wir benötige ein scharfes Aufmaß von Ihnen und wir vereinbaren einen umlaufenden Toleranzbereich. Wir erstellen dann einen exakten Verlegeplan mit verbindlichem Preisangebot und Liefertermin.

Liefern Sie die Vakuumdämmpaneele auch in meine Region?

Wir sind Ihr kompetenter Vertriebspartner der VACUPOR® Vakuumdämmpaneele für die Regionen Bayern, Sachsen, Berlin und Brandenburg.

Ratgeber

Häufige Fragen zu Vakuumdämmung (VIP)

Vakuumdämmung (VIP – Vakuumisolationspaneele) ist eine Hochleistungsdämmung mit Lambda-Werten von 0,004 bis 0,007 W/(mK). Diese FAQ beantwortet die häufigsten Fragen zur Funktionsweise, zu Kosten, Vorteilen, Nachteilen und praktischen Anwendungen von Vakuumdämmplatten im Bauwesen. Lesen Sie auch unseren separaten Ratgeber, wenn Sie mehr Informationen über die Funktionsweise von Vakuumdämmung erfahren möchten.


Grundlagen der Vakuumdämmung

Was ist Vakuumdämmung?

Vakuumdämmung bezeichnet Hochleistungsdämmstoffe, bei denen der Wärmetransport durch Konvektion nahezu vollständig eliminiert wird. Ein Vakuumisolationspaneel (VIP) besteht aus einem porösen Stützkern (meist pyrogene Kieselsäure), der von einer gasdichten Hochbarrierefolie umhüllt ist. Das Innere des Paneels wird auf etwa 1 mbar evakuiert – dadurch fehlt das Medium (Luft oder Gas), das normalerweise Wärme durch Konvektion transportiert.

Das Prinzip entspricht dem einer Thermoskanne: Ohne Gas im Zwischenraum kann Wärme nur noch über die feste Struktur des Stützkerns geleitet werden. Da Kieselsäurepulver ein schlechter Wärmeleiter ist, erreichen Vakuumdämmplatten eine Wärmeleitfähigkeit von 0,004 bis 0,007 W/(mK) – etwa zehnmal besser als konventionelle Dämmstoffe wie Mineralwolle (0,035 W/mK) oder Polystyrol (0,032 W/mK).

Für die Praxis bedeutet das: 20 mm Vakuumdämmung entsprechen der Dämmwirkung von etwa 160 mm Mineralwolle. Das macht VIP zur idealen Lösung, wenn Platz knapp ist – etwa bei Innendämmung im Altbau, Balkondämmung oder Kellerdeckendämmung.


Wie funktioniert Vakuum-Dämmung?

Die Dämmwirkung von VIP basiert auf der Unterdrückung aller drei Wärmetransportmechanismen:

  1. Konvektion: Im Vakuum (< 1 mbar) fehlt das Gas, das Wärme durch Strömung transportieren könnte. Dieser Anteil entfällt zu >99%.

  2. Strahlung: Infrarot-Strahlung wird durch spezielle Beschichtungen der Hochbarrierefolie oder durch Zusätze im Stützkern (z.B. Opazifizierungsmittel wie Siliziumkarbid) reduziert.

  3. Wärmeleitung: Bleibt als einziger Transportweg übrig. Die poröse Struktur des Kieselsäurekerns minimiert die Kontaktflächen, über die Wärme geleitet werden kann.

Aufbau eines Vakuumisolationspaneels:

  • Stützkern: Pyrogene Kieselsäure (alternativ: Glasfaser, Aerogel)

  • Hochbarrierefolie: Mehrschichtige Aluminium-Kunststoff-Verbundfolie (typisch 100-200 µm dick)

  • Vakuum: Restdruck < 1 mbar (zum Vergleich: Normaldruck = 1013 mbar)

Die Lebensdauer eines VIP hängt von der Dichtigkeit der Hülle ab. Hersteller wie Porextherm (Vacupor) oder va-q-tec garantieren üblicherweise 50 Jahre für die Dämmleistung – unter der Voraussetzung, dass das Paneel nicht beschädigt wird.


Ist ein Vakuum eine gute Isolierung?

Ja, Vakuum ist der beste bekannte thermische Isolator. Die Wärmeleitfähigkeit von Luft liegt bei etwa 0,025 W/(mK). Im Vakuum (kein Gas vorhanden) fällt dieser Anteil komplett weg. Deshalb erreichen Vakuumdämmplatten Lambda-Werte von 0,004 bis 0,007 W/(mK) – bis zu sechsmal besser als Luft und zehnmal besser als konventionelle Dämmstoffe.

Das Prinzip wird seit Jahrzehnten in Thermoskannen eingesetzt: Der evakuierte Zwischenraum verhindert Wärmeaustausch zwischen Innenund Außenseite. In der Gebäudedämmung wird dieses Prinzip seit den 1990er Jahren genutzt, zunächst in Kühlgeräten und seit etwa 2005 zunehmend im Bauwesen.

Wichtig: Ein Vakuum isoliert nur, solange es intakt ist. Wird die Hülle beschädigt, dringt Luft ein und die Dämmwirkung sinkt innerhalb weniger Wochen auf das Niveau des Stützkerns allein (etwa 0,020 W/mK) – immer noch besser als viele konventionelle Dämmstoffe, aber nicht mehr im Hochleistungsbereich.


Wie gut dämmt Vakuum?

Die Dämmleistung von Vakuumdämmung lässt sich am besten im direkten Vergleich beurteilen:

Dämmstoff

Lambda-Wert [W/(mK)]

Dicke für U=0,20 W/(m²·K)

Flächengewinn gegenüber VIP

Vakuumdämmung (VIP)

0,004 - 0,007

20-30 mm

-

Aerogel-Dämmputz

0,015 - 0,020

70-90 mm

-60%

Polyurethan (PUR)

0,024 - 0,028

110-130 mm

-80%

Polystyrol (EPS)

0,032 - 0,035

150-170 mm

-85%

Mineralwolle

0,035 - 0,040

160-190 mm

-87%

Beispiel Fassadendämmung: Um einen U-Wert von 0,20 W/(m²·K) zu erreichen, benötigen Sie bei einer bestehenden Ziegelwand (U=1,2):

  • 30 mm VIP oder

  • 160 mm Mineralwolle oder

  • 180 mm EPS

Flächengewinn: Bei einem Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche und 2,50 m Raumhöhe (Innendämmung) verlieren Sie mit Mineralwolle etwa 6 m² Wohnfläche (160 mm Dämmschicht an allen Außenwänden). Mit VIP nur 1,1 m². Bei Immobilienpreisen von 4.000 €/m² in Ballungsräumen entspricht das einem Flächenwert von etwa 20.000 Euro.


Einsatzmöglichkeiten und Anwendungsbereiche

Für welche Anwendungen eignet sich Vakuumdämmung?

Vakuumdämmung ist immer dann die richtige Wahl, wenn Platz knapp ist oder konventionelle Dämmstoffe aus bauphysikalischen Gründen nicht einsetzbar sind. Die wichtigsten Einsatzbereiche:

1. Innendämmung im Altbau und Denkmalschutz

Bei denkmalgeschützten Fassaden oder in Fällen, wo eine Außendämmung nicht möglich ist (z. B. Grenzbebauung), ist Innendämmung die einzige Option. Mit VIP verlieren Sie nur 30-40 mm Raumtiefe statt 160-200 mm bei konventionellen Systemen.

2. Balkondämmung und auskragende Bauteile

Auskragende Balkone sind massive Wärmebrücken. Die Dämmung von unten oder von der Seite erfordert minimale Aufbauhöhen, um Durchgangshöhen und Balkongeländer nicht zu beeinträchtigen. VIP mit 20-30 mm Dicke ist hier oft die einzige praktikable Lösung. Lesen Sie in unserem separaten Ratgeber eine detaillierte Anleitung, was Sie bei der Vakuumdämmung von Terrasse & Balkon beachten sollten.

3. Kellerdeckendämmung

In Bestandskellern mit niedriger Deckenhöhe (< 2,20 m) würde eine konventionelle Dämmung mit 140-160 mm die Durchgangshöhe unterschreiten. Mit 30 mm VIP bleiben alle Durchgänge und Türen nutzbar. Wie Sie eine Kellerdecke mit Vakuumpaneelen dämmen und was sie dabei beachten sollten, lesen Sie in unserem separaten Ratgeber.

4. Fußbodendämmung bei begrenzter Aufbauhöhe

Bei der nachträglichen Fußbodendämmung im Bestand – etwa über unbeheizten Kellerräumen oder bei Fußbodenheizung – ist die verfügbare Aufbauhöhe oft durch Türanschlüsse begrenzt. VIP ermöglicht effiziente Dämmung bei nur 20-40 mm Aufbau.

5. Dachdämmung bei Gauben und Dachschrägen

In Gauben und bei flachen Dachschrägen bleibt nach Einbau von Sparrendämmung oft wenig Raum für Dämmstärken von 200+ mm. VIP als Aufdachdämmung oder Ergänzung spart Platz und erhält die Raumhöhe.

6. Fensterlaibungen und Rolllädenkästen

Wärmebrücken an Fensterlaibungen und in Rolllädenkästen lassen sich mit VIP auf kleinstem Raum beseitigen – dort, wo konventionelle Dämmstoffe keinen Platz finden.

Nicht geeignet ist VIP für:

  • Anwendungen mit hohem Risiko mechanischer Beschädigung (z.B. Perimeterdämmung im Erdreich ohne Schutzschicht)

  • Flächen, die vor Ort zugeschnitten werden müssen (VIP kann nicht gekürzt werden)

  • Budgetorientierte Projekte, wo konventionelle Dämmstoffe ausreichen


Wo wird Vakuumdämmung eingesetzt?

Die praktischen Einsatzgebiete von VIP im Bauwesen umfassen:

Im Neubau:

  • Passivhäuser und Niedrigstenergiegebäude mit extrem hohen Dämmstandards

  • Mehrgeschossiger Wohnbau, wo jede gesparte Dämmdicke mehr vermietbare Fläche bedeutet

  • Gebäude mit komplexen Geometrien (z.B. Erker, Dachgauben)

In der Sanierung:

  • Denkmalgeschützte Gebäude (Innendämmung ohne Veränderung der Fassade)

  • Altbau mit begrenztem Raumangebot

  • Energetische Sanierung ohne Verlust von Wohnoder Nutzfläche

Gewerbebau:

  • Kühlhäuser und Gefrieranlagen (hier werden VIP seit Jahrzehnten eingesetzt)

  • Labore und Reinräume mit hohen Anforderungen an Raumklima

  • Industriebauten mit Platzrestriktionen

Spezialanwendungen:

  • Mobile Wohncontainer und Modulbauten

  • Fahrzeugbau (Kühlfahrzeuge, Wohnmobile)

  • Flugzeugund Schiffbau

Regionale Schwerpunkte: In Deutschland wird Vakuumdämmung vor allem in Bayern, Sachsen sowie Berlin und Brandenburg nachgefragt – Regionen mit hohem Altbaubestand und strengen Denkmalschutzauflagen. MEUVO ist exklusiver Partner von Porextherm/Vacupor für diese Regionen und bietet Beratung, Planung und Ausführung aus einer Hand.


Vorteile und Nachteile

Welche Vorteile hat Vakuumdämmung?

Die Vorteile von VIP gegenüber konventionellen Dämmstoffen:

1. Extrem hohe Dämmleistung

Mit Lambda-Werten von 0,004 bis 0,007 W/(mK) erreichen VIP die höchste Dämmwirkung aller marktüblichen Dämmstoffe. Nur Aerogel kommt in ähnliche Bereiche (0,013-0,015 W/mK), ist aber noch teurer und mechanisch empfindlicher.

2. Minimale Aufbauhöhe / Platzsparend

20-30 mm VIP ersetzen 140-180 mm konventioneller Dämmung. Das erhält Wohnfläche, Raumhöhe und Durchgangshöhen. Flächengewinn ist besonders in Ballungsräumen mit hohen Quadratmeterpreisen ein wirtschaftlicher Faktor.

3. Langlebigkeit

Hersteller garantieren 50 Jahre Funktionsfähigkeit – vorausgesetzt, die Hülle bleibt intakt. Tests zeigen, dass hochwertige VIP (z.B. Vacupor von Porextherm) auch nach 30 Jahren Praxiseinsatz ihre volle Dämmwirkung behalten.

4. Keine Alterung durch Feuchte

Anders als organische Dämmstoffe (EPS, XPS, PUR) verlieren VIP durch Feuchteeinwirkung keine Dämmleistung – solange die Hülle dicht bleibt. Der Kieselsäurekern ist nicht hygroskopisch.

5. Nicht brennbar (Euroklasse A)

VIP bestehen aus mineralischem Kern (Kieselsäure) und Metallfolie – beide Komponenten sind nicht brennbar. Das erleichtert brandschutztechnische Nachweise, besonders bei Hochhäusern und Sonderbauten.

6. Präzise Fertigung

VIP werden werksseitig maßgenau gefertigt. Das ermöglicht passgenaue Verlegeplanung ohne Verschnitt und sichert lückenlose Dämmung – entscheidend für U-Wert-Berechnungen und EnEV-Nachweise.

7. Energieeffizienz

Durch die hohe Dämmleistung bei geringer Dicke lassen sich Passivhaus-Standards erreichen, ohne massive Wandaufbauten. Das spart langfristig Heizkosten und erhöht den Wohnkomfort.


Welche Nachteile hat Vakuumdämmung?

Die Nachteile von VIP, die bei der Planung berücksichtigt werden müssen:

1. Hohe Kosten

Materialkosten liegen bei 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter (nur Material, ohne Montage). Konventionelle Dämmstoffe kosten 10-25 €/m². Für ein Einfamilienhaus mit 150 m² Fassadenfläche bedeutet das 12.000 bis 22.000 Euro Materialkosten für VIP gegenüber 1.500 bis 3.800 Euro für Mineralwolle.

Wann amortisiert sich das? Wenn der Flächengewinn monetarisiert werden kann (vermietbare Fläche) oder wenn konventionelle Dämmung technisch nicht realisierbar ist (z.B. Denkmalschutz, Raumhöhenbegrenzung). Reine Energieeinsparung amortisiert VIP in der Regel nicht innerhalb der Lebensdauer.

2. Empfindlichkeit bei Beschädigung

Jede Perforation der Hülle führt zum Verlust des Vakuums und damit zur Reduzierung der Dämmwirkung. Deshalb:

  • Keine Durchdringungen (Dübel, Schrauben) direkt durch VIP

  • Schutz vor mechanischer Belastung (z.B. durch Putzträgerplatten)

  • Sorgfältige Handhabung auf der Baustelle

Beschädigte Paneele sind nicht reparabel. Einmal durchstochen, verliert das Paneel innerhalb von Tagen bis Wochen seine Dämmwirkung auf etwa 0,020 W/mK (immer noch besser als Luft, aber nicht mehr Hochleistung).

3. Keine Zuschnitte vor Ort möglich

VIP können nicht auf der Baustelle zugeschnitten werden. Jeder Schnitt würde das Vakuum zerstören. Deshalb ist eine exakte Aufmaßplanung und werksseitige Fertigung erforderlich. Das erhöht den Planungsaufwand und macht spontane Anpassungen unmöglich.

Für Restflächen und Anschlüsse müssen konventionelle Dämmstoffe eingesetzt werden – was zu inhomogenen U-Werten führt und in der Berechnung berücksichtigt werden muss.

4. Linienförmige Wärmebrücken an Stößen

Die Fugen zwischen den Paneelen bilden Wärmebrücken. Selbst bei sorgfältiger Ausführung mit Fugenstreifen oder PU-Schaum bleibt ein Psi-Wert von 0,02 bis 0,04 W/mK. Bei großflächiger Anwendung kann das den effektiven U-Wert um 10-15% verschlechtern.

Lösung: Mehrschichtiger Aufbau mit versetzten Fugen oder Überdämmung der Fugen mit dünnen Dämmplatten.

5. Spezialisiertes Fachpersonal erforderlich

Die Verarbeitung von VIP erfordert geschultes Personal. Falsche Handhabung (Beschädigung, unsachgemäße Befestigung) führt zu Dämmversagen. Nicht jeder Handwerksbetrieb hat Erfahrung mit VIP – das kann die Ausführungskosten erhöhen.

6. Eingeschränkte Recyclingfähigkeit

VIP sind Verbundbaustoffe (Metallfolie + Kieselsäure). Eine sortenreine Trennung für Recycling ist aufwendig. Aktuell werden ausgediente VIP meist thermisch verwertet (Müllverbrennung).


Lohnt sich Vakuumdämmung?

Vakuumdämmung lohnt sich, wenn mindestens einer dieser Faktoren zutrifft:

  • Platz ist knapp: Innendämmung, Balkone, Kellerdecken mit Höhenbeschränkung

  • Flächengewinn ist wertvoll: In Ballungsräumen mit hohen Immobilienpreisen (> 3.000 €/m²) amortisiert sich der Mehrpreis durch gesparte Fläche.

  • Konventionelle Dämmung ist nicht möglich: Denkmalschutz, bauphysikalische Zwänge, Brandschutzanforderungen

  • Höchste Energieeffizienz gefordert: Passivhaus-Standard, KfW 40+

Nicht lohnenswert, wenn:

  • Platz ausreichend vorhanden ist und konventionelle Dämmung möglich ist

  • Budget stark begrenzt und Energieeinsparung das einzige Ziel ist

  • Mechanische Belastung oder Beschädigungsrisiko hoch ist

Beispielrechnung:

  • Innendämmung 100 m² Fassade in Münchner Altbau

  • Mit Mineralwolle (180 mm): Verlust von 18 m³ Raumvolumen = ca. 7,2 m² Wohnfläche

  • Mit VIP (30 mm): Verlust von 3 m³ Raumvolumen = ca. 1,2 m² Wohnfläche

  • Flächengewinn: 6 m² × 6.000 €/m² = 36.000 Euro Mehrwert

  • Mehrkosten VIP vs. Mineralwolle: ca. 8.000 Euro

  • ROI durch Flächenerhalt: Positiv


Kosten und Wirtschaftlichkeit

Wie viel kostet eine Vakuumdämmung?

Die Kosten für Vakuumdämmung setzen sich aus Material und Verarbeitungskosten zusammen:

Materialkosten (netto, pro m²)

  • Standard-VIP (20-30 mm): 80-120 €/m²

  • Hochleistungs-VIP (40-50 mm): 120-150 €/m²

  • Sonderformate / Kleinmengen: 150-200 €/m²

Zum Vergleich (konventionelle Dämmstoffe, pro m²):

  • Mineralwolle (160 mm): 15-25 €

  • EPS (180 mm): 20-30 €

  • Polyurethan (120 mm): 35-50 €

  • Aerogel-Dämmputz (80 mm): 150-250 €

Verarbeitungskosten (pro m²)

  • Planung / Aufmaß: 5-10 €/m² (bei VIP höher wegen Verlegeplan)

  • Montage: 30-50 €/m² (ähnlich wie konventionelle Dämmung)

  • Zusatzarbeiten (Putzträgerplatten, Fugenabdichtung): 10-20 €/m²

Gesamtkosten Beispiel (Innendämmung 100 m² Wohnungsfassade):

  • Material VIP: 10.000 Euro

  • Verlegeplanung: 800 Euro

  • Montage: 4.000 Euro

  • Putzträgerplatten + Oberflächenbearbeitung: 3.500 Euro

  • Gesamt: ca. 18.300 Euro (183 €/m²)

Mit Mineralwolle (180 mm) lägen die Gesamtkosten bei etwa 8.000 bis 10.000 Euro (80-100 €/m²).


Was kostet Vakuumdämmung im Vergleich zu herkömmlichen Dämmstoffen?

Ein systematischer Kostenvergleich für eine Fassadendämmung (100 m²) mit Ziel-U-Wert 0,20 W/(m²·K):

Dämmstoff

Dicke

Materialkosten

Montage

Gesamt

€/m²

Vakuumdämmung (VIP)

30 mm

10.000 €

5.000 €

15.000 €

150 €

Polyurethan (PUR)

120 mm

4.500 €

4.000 €

8.500 €

85 €

EPS (Styropor)

180 mm

2.500 €

3.500 €

6.000 €

60 €

Mineralwolle

180 mm

2.000 €

3.500 €

5.500 €

55 €

Faktor Flächengewinn (bei Innendämmung):

  • Mineralwolle (180 mm): Verlust 18 m³ = 7,2 m² Wohnfläche

  • VIP (30 mm): Verlust 3 m³ = 1,2 m² Wohnfläche

  • Eingesparte Fläche: 6 m² × 4.000 €/m² (Durchschnittspreis) = 24.000 Euro Mehrwert

Wenn Sie diesen Flächenwert berücksichtigen, relativiert sich der Mehrpreis von 9.500 Euro deutlich.


Gibt es Förderung für Vakuumdämmung?

Ja, Vakuumdämmung ist förderungsfähig im Rahmen der üblichen Programme für energetische Sanierung:

KfW-Förderung (Kreditanstalt für Wiederaufbau)

  • KfW 261/262: Kredit für energieeffiziente Sanierung zum Effizienzhaus

    • Bis zu 150.000 Euro Kredit pro Wohneinheit

    • Tilgungszuschuss bis 45% (abhängig von Effizienzhausklasse)

    • VIP ermöglicht durch hohe Dämmleistung oft bessere Effizienzklassen

  • KfW 463: Zuschuss für Einzelmaßnahmen

    • 20% der förderfähigen Kosten (max. 12.000 Euro pro Wohneinheit)

    • Voraussetzung: U-Wert der Außenwand nach Dämmung ≤ 0,20 W/(m²·K)

BAFA-Förderung (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle)

  • Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

    • Zuschuss 15-20% für Einzelmaßnahmen

    • Voraussetzung: Dämmung muss technische Mindestanforderungen erfüllen (U-Wert)

Regionale Förderprogramme

  • Bayern: 10%-Programm (Ergänzung zur Bundesförderung)

  • Sachsen: SAB-Förderung für Denkmalschutz

  • Berlin: IBB-Förderung für energetische Sanierung im Bestand

Wichtig: Förderantrag muss vor Maßnahmenbeginn gestellt werden. Ein Energieberater (BAFA-zertifiziert) ist für KfW-Förderung verpflichtend – dessen Kosten werden mit bis zu 50% gefördert.

MEUVO unterstützt Sie bei der Antragstellung und arbeitet mit zertifizierten Energieberatern zusammen.


Technische Eigenschaften

Wie gut ist die Wärmeleitfähigkeit von Vakuumdämmung?

Die Wärmeleitfähigkeit (Lambda-Wert) von Vakuumdämmplatten liegt je nach Hersteller und Produktvariante zwischen 0,004 und 0,007 W/(mK).

Vergleich der Wärmeleitfähigkeit (Lambda-Werte):

Material

Lambda [W/(mK)]

Relative Dämmleistung

Vakuum (theoretisch)

0,000

-

Vakuumdämmung (VIP)

0,004 - 0,007

Beste verfügbare Dämmung

Aerogel

0,013 - 0,015

Sehr gut

Polyurethan (PUR/PIR)

0,024 - 0,028

Gut

Polystyrol (EPS/XPS)

0,032 - 0,038

Standard

Mineralwolle

0,035 - 0,040

Standard

Holzfaser

0,040 - 0,050

Befriedigend

Luft (ruhend)

0,025

(Referenz)

Warum ist VIP nicht bei 0,000? Weil auch im Vakuum Restwärme über den festen Stützkern und durch Infrarot-Strahlung transportiert wird. Je besser der Kern isoliert ist (z.B. durch Aerogel-Basis) und je besser Strahlung reduziert wird (Opazifizierungsmittel), desto niedriger der Lambda-Wert.

Produkte am Markt:

  • Vacupor RP (Porextherm): λ = 0,007 W/(mK) (Standardprodukt)

  • Vacupor TS (Porextherm): λ = 0,005 W/(mK) (optimiert für U-Wert-Berechnungen)

  • va-q-vip (va-q-tec): λ = 0,007 W/(mK)

  • vaku-isotherm VIP: λ = 0,006 W/(mK)

Praxis-Hinweis: Bei der U-Wert-Berechnung müssen Wärmebrücken an Fugen berücksichtigt werden. Der effektive Lambda-Wert der gesamten Dämmschicht liegt daher meist bei 0,008 bis 0,010 W/(mK) – aber immer noch deutlich besser als jeder konventionelle Dämmstoff.


Wie lange hält Vakuumdämmung?

Die Lebensdauer von VIP hängt von der Qualität der Hochbarrierefolie ab. Hersteller garantieren üblicherweise 50 Jahre – unter der Voraussetzung:

  • Keine mechanische Beschädigung

  • Sachgemäße Montage

  • Schutz vor UV-Strahlung (durch Putzschicht oder Bekleidung)

Langzeittests zeigen:

  • VIP aus den 1990er Jahren (erste Generation) zeigen nach 30 Jahren teilweise Druckanstieg (Vakuum-Verlust durch Gasdiffusion), aber immer noch Lambda-Werte < 0,012 W/mK.

  • Moderne VIP mit mehrschichtigen Metallfolien (Aluminium + Polyesterverbunde) haben deutlich bessere Diffusionssperren – erwartete Lebensdauer: 60-80 Jahre.

Kritische Faktoren:

  1. Diffusion: Selbst hochwertige Folien lassen minimal Gas durch. Nach 50 Jahren steigt der Innendruck von anfangs <1 mbar auf etwa 5-10 mbar – immer noch ausreichend für gute Dämmwirkung (λ ≈ 0,010 W/mK).

  2. Mechanische Beschädigung: Jede Perforation führt zu sofortigem Vakuumverlust. Deshalb ist Schutz während und nach der Montage entscheidend.

  3. UV-Strahlung: Die Kunststoffschichten der Folie können durch UV-Licht verspröden. VIP müssen immer abgedeckt sein (Putz, Verkleidung).

Vergleich zur Lebensdauer konventioneller Dämmstoffe:

  • Mineralwolle: 40-50 Jahre (Setzung, Feuchteaufnahme)

  • EPS/XPS: 30-40 Jahre (UV-Abbau, Schrumpfung)

  • PUR/PIR: 25-35 Jahre (Zellgas-Diffusion, Wirkungsverlust)

Fazit: VIP haben mindestens die gleiche, oft längere Lebensdauer als konventionelle Dämmstoffe – vorausgesetzt, die Hülle bleibt intakt.


Kann man Vakuumdämmpaneele zuschneiden?

Nein, Vakuumdämmplatten können nicht vor Ort zugeschnitten werden. Jeder Schnitt würde die gasdichte Hülle öffnen, Luft würde einströmen und das Vakuum wäre zerstört. Die Dämmwirkung würde innerhalb von Stunden bis Tagen von λ = 0,007 W/mK auf etwa λ = 0,020 W/mK sinken.

Konsequenzen für die Planung:

  • Werksseitige Fertigung: VIP werden nach Maßplan beim Hersteller gefertigt. Jedes Paneel wird millimetergenau auf die jeweilige Einbausituation zugeschnitten.

  • Aufmaß entscheidend: Ein präzises Aufmaß aller Flächen, Durchbrüche und Anschlüsse ist zwingend erforderlich. Fehler im Aufmaß führen zu Lücken in der Dämmung oder zu ungenutzten Platten.

  • Restflächen: Schmale Bereiche oder Anschlüsse, die nicht mit VIP abgedeckt werden können, müssen mit konventionellen Dämmstoffen (z.B. PUR-Platten, Mineralwolle) gedämmt werden.

Praxis-Beispiel (Fassadeninnendämmung):
Eine Wand hat die Maße 4,50 m × 2,60 m mit einem Fenster (1,50 m × 1,20 m). Der Verlegeplan sieht vor:

  • 4 VIP-Platten (je 1,20 m × 1,00 m) für die Hauptfläche

  • 6 kleinere VIP-Platten für Bereiche oberhalb und seitlich des Fensters

  • Laibungen und Sturzbereich: PUR-Platten (können vor Ort angepasst werden)

Alternativen bei unregelmäßigen Flächen:
Wenn die Geometrie sehr komplex ist (z.B. viele Leitungsdurchführungen, unregelmäßige Altbaustrukturen), kann es wirtschaftlicher sein, auf flexible Hochleistungsdämmstoffe auszuweichen:

  • Aerogel-Dämmputz (λ = 0,015 W/mK): Kann auf jede Form aufgetragen werden

  • Polyurethan-Ortschaum (λ = 0,024 W/mK): Lücken und Anschlüsse verfüllbar


Welche Hersteller von Vakuumdämmung gibt es?

Die wichtigsten Hersteller und Systeme auf dem deutschen Markt:

1. Porextherm / Morgan Advanced Materials (Marke: Vacupor)

  • Marktanteil: Marktführer in Deutschland für Bauwesen-VIP

  • Produkte: Vacupor RP (λ=0,007), Vacupor TS (λ=0,005), Vacupor XPS (Hybrid)

  • Besonderheiten: Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) Zulassung, 50 Jahre Garantie

  • Partnernetz: MEUVO ist exklusiver Partner für Bayern, Sachsen, Berlin, Brandenburg

  • Website: porextherm.com

2. va-q-tec AG (Würzburg)

  • Marktposition: Technologieführer, auch in Pharma/Logistik aktiv

  • Produkte: va-q-vip (λ=0,007), va-q-pro (Hochleistungsvariante)

  • Besonderheiten: Eigene Forschung, innovative Kern-Materialien (Aerogel-Hybride)

  • Website: va-q-tec.com

3. vaku-isotherm GmbH

  • Marktposition: Mittelständischer deutscher Hersteller

  • Produkte: vaku-isotherm VIP (λ=0,006)

  • Besonderheiten: Spezialisiert auf Kühllogistik und Bauwesen

  • Website: vaku-isotherm.de

4. puren GmbH

  • Marktposition: Bekannt für PUR-Dämmstoffe, bietet auch VIP an

  • Produkte: puren vip (λ=0,007)

  • Besonderheiten: Kombination von VIP mit PUR-Systemen

  • Website: puren.com

5. Internationale Hersteller

  • Kingspan (Irland): Optim-R (λ=0,007) – in UK weit verbreitet

  • Recticel (Belgien): Hy-Therm (VIP-PUR-Hybrid)

  • Kevothermal (Schweiz): Kevothermal VIP

Worauf bei der Herstellerwahl achten?

  • DIBt-Zulassung (Deutsches Institut für Bautechnik): Erforderlich für Verwendung im Bauwesen in Deutschland

  • Langzeitgarantie: Mindestens 50 Jahre

  • Referenzprojekte: Erfahrung im Bauwesen (nicht nur Kühlgeräte)

  • Lokaler Support: Verlegeplanung, technische Beratung

MEUVO-Empfehlung: Wir arbeiten primär mit Porextherm Vacupor, da dieser Hersteller die umfassendste Zulassung, nachgewiesene Langlebigkeit und das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Schauen Sie sich die Übersicht zu den verfügbaren Vacupor Varianten in unserem separaten Ratgeber an.


Welche Dicke Vakuumdämmung für welchen U-Wert?

Die erforderliche VIP-Dicke hängt vom Ziel-U-Wert und der Bestandskonstruktion ab. Generell gilt: 20 mm VIP für U = 0,30 W/(m²K), 30 mm für U = 0,20 W/(m²K), 40-50 mm für U = 0,15 W/(m²K) (Passivhaus).

Detaillierte Erklärung

U-Wert-Tabelle (VIP auf Bestandswand, U-alt = 1,2 W/(m²K)):

VIP-Dicke

Lambda VIP

U-Wert neu

Standard

Anwendung

20 mm

0,007 W/(mK)

0,30 W/(m²K)

GEG Minimum

Kellerdecke, Innendämmung Budget

30 mm

0,007 W/(mK)

0,20 W/(m²K)

GEG Standard

Altbau-Sanierung, Fassade

40 mm

0,007 W/(mK)

0,15 W/(m²K)

Passivhaus

Niedrigenergie-Standard

50 mm

0,007 W/(mK)

0,12 W/(m²K)

Passivhaus Plus

Extreme Effizienz

Berechnungsformel (vereinfacht):

U-neu ≈ 1 / (1/U-alt + d/λ)

Wobei:

  • U-alt = U-Wert Bestandswand

  • d = Dicke VIP in Metern

  • λ = Lambda-Wert VIP (0,007 W/mK)

Beispielrechnung:

  • Bestandswand: U = 1,2 W/(m²K) (60 cm Vollziegel, ungedämmt)

  • Ziel: U = 0,20 W/(m²K) (GEG-Standard)

  • Erforderliche VIP-Dicke: 30 mm

Vergleich konventionelle Dämmung:

  • 30 mm VIP = 170 mm EPS = 180 mm Mineralwolle

Wichtige Hinweise:

  • Bei U-Wert-Berechnung ΔU-Zuschlag für Wärmebrücken berücksichtigen (+0,01-0,02 W/(m²K))

  • Erdreich-Kontakt: Temperaturfaktor anwenden (U-Wert effektiv reduziert sich)

  • Mehrschichtaufbau: Alle Schichten in Berechnung einbeziehen

Für projektspezifische U-Wert-Berechnungen nutzen Sie unseren U-Wert-Rechner oder kontaktieren Sie unsere technische Beratung.


Praktische Verarbeitung

Wie wird Vakuumdämmung montiert?

Die Montage von VIP unterscheidet sich grundlegend von konventionellen Dämmstoffen und erfordert spezialisiertes Fachpersonal. Der Ablauf:

1. Verlegeplanung (vor Bestellung)

  • Präzises Aufmaß aller zu dämmenden Flächen (auf ±5 mm genau)

  • Erfassung aller Durchbrüche, Leitungen, Fenster, Türen

  • Erstellung eines maßstabsgerechten Verlegeplans

  • Bestellung der werksseitig zugeschnittenen Platten

2. Vorbereitung der Fläche

  • Untergrund muss eben sein (±3 mm auf 1 m Länge)

  • Entfernung loser Putzschichten, Schmutz, Staub

  • Bei Unebenheiten: Ausgleichsputz oder Spachtelung

  • Vorbehandlung mit Haftgrund (bei glatten Flächen)

3. Verklebung

VIP werden vollflächig verklebt:

  • Klebemörtel: Spezieller VIP-Kleber (z.B. Weber.therm VIP) mit hoher Anfangshaftung

  • Auftrag: Zahnspachtel (8-10 mm Zahnung) oder Wulst-Punkt-Methode

  • Andrücken: VIP-Platte auflegen und mit Reibebrett gleichmäßig andrücken

  • Wichtig: Keine Hohlräume – diese würden die Dämmwirkung mindern

4. Mechanische Befestigung (optional)

Bei kritischen Untergründen (z.B. Ziegel, Beton mit schlechter Haftung):

  • Tellerdübel mit speziellem VIP-Teller (großer Durchmesser, niedriger Druck)

  • Dübel werden neben die Platte gesetzt, nicht durch die Platte

  • Metallplättchen auf VIP-Oberfläche verteilen den Druck

5. Fugenabdichtung

  • Stoßfugen zwischen Platten mit 2-5 mm Breite

  • Abdichtung mit PU-Schaum (schwach expandierend) oder Fugenstreifen

  • Keine kraftschlüssige Verbindung – Fugen bleiben Wärmebrücken

6. Schutzschicht

VIP dürfen nie ungeschützt bleiben:

  • Putzträgerplatte (z.B. 10 mm Calciumsilikat, Gipskarton)

  • Befestigung durch Verklebung – keine Dübel durch VIP

  • Alternativ: Direktputz auf Gewebe (nur bei geringen mechanischen Belastungen)

7. Qualitätskontrolle

  • Visuelle Prüfung aller Platten auf Beschädigungen

  • Kontrolle der Fugendichtigkeit

  • Thermografie zur Überprüfung der Dämmwirkung (optional)

Zeitaufwand: Für 100 m² Fassadeninnendämmung mit VIP rechnen Sie mit 5-7 Arbeitstagen (2-3 Fachkräfte) – länger als konventionelle Dämmung wegen der präzisen Verlegeplanung und vorsichtigen Handhabung.


Was passiert bei Beschädigung der Vakuumdämmung?

Eine Beschädigung der Hochbarrierefolie führt zu sofortigem Vakuumverlust:

Physikalischer Ablauf

  1. Perforation (z.B. durch Nagel, Schraube, Stoß)

  2. Luft strömt ein (Ausgleich zum Außendruck)

  3. Vakuum geht verloren (innerhalb von Minuten)

  4. Dämmwirkung sinkt von λ = 0,007 W/mK auf λ = 0,020 W/mK (innerhalb von Stunden bis Tagen)

Der Dämmstoff verschlechtert sich auf das Niveau des Kieselsäurekerns ohne Vakuum – das ist immer noch besser als Luft (0,025 W/mK), aber weit entfernt von der VIP-Hochleistung.

Sichtbare Zeichen einer Beschädigung

  • Metallfolie hebt sich ab: Die Folie liegt nicht mehr fest am Kern an

  • Eindellung: Die Platte gibt bei Druck nach (intaktes VIP ist formstabil)

  • Knistergeräusch: Beim Berühren knistert die lose Folie

Kann man beschädigte VIP reparieren?

Nein. Eine Reparatur des Vakuums ist unter Baustellenbedingungen nicht möglich. Die Platte muss ausgetauscht werden.

Vorbeugung:

  • Sorgfältige Handhabung beim Transport und bei der Montage

  • Schutz durch Putzträgerplatten oder Vorsatzschale

  • Keine mechanische Befestigung durch die Platte

  • Schulung des Personals

Versicherung: Einige Hersteller bieten Beschädigungsversicherung an – deckt bis zu 5% der Fläche bei Baustellenschäden.


Braucht man spezielles Werkzeug für Vakuumdämmung?

Für die Montage von VIP ist kein spezielles Werkzeug erforderlich – aber einige Besonderheiten gegenüber konventioneller Dämmung:

Erforderliches Werkzeug:

  • Zahnspachtel (8-10 mm Zahnung) für Kleberauftrag

  • Reibebrett zum Andrücken der Platten

  • Wasserwaage / Laser für exakte Ausrichtung

  • Gummihammer (nur leichtes Anklopfen, keine harten Schläge)

  • Cuttermesser für Fugenstreifen (NICHT für VIP selbst!)

NICHT verwenden:

  • Sägen, Cutter für VIP (zerstört Vakuum)

  • Bohrmaschine durch VIP

  • Hammer oder Schlagwerkzeuge

Hilfsmittel:

  • Hebevorrichtung für große Platten (VIP sind schwerer als EPS/Mineralwolle – ca. 15-20 kg/m² bei 30 mm Dicke)

  • Schutzhandschuhe (Metallfolie kann scharfkantig sein)

  • Messgerät für Restdruck (optional, zur Qualitätskontrolle)

Transport:

  • VIP sind empfindlich gegen Stöße und Knicke

  • Transport in Originalverpackung (Karton oder Holzkiste)

  • Keine Gabelstapler direkt auf Platten

  • Lagerung flach liegend, nicht hochkant


Wie schwer ist Vakuumdämmung?

Vakuumdämmplatten wiegen etwa 15-20 kg/m² bei 30 mm Dicke. Das ist schwerer als EPS (ca. 5 kg/m²), aber leichter als Mineralwolle (20-25 kg/m²) vergleichbarer Dämmleistung.

Detaillierte Erklärung

Gewichtsvergleich (für 30 mm Dicke):

  • VIP (30 mm): 15-20 kg/m²

  • EPS (180 mm, gleiche Dämmleistung): 8-10 kg/m²

  • Mineralwolle (180 mm): 20-25 kg/m²

  • PUR (120 mm): 6-8 kg/m²

Das höhere Gewicht von VIP ergibt sich aus dem dichten Kieselsäurekern und der mehrschichtigen Folie. Allerdings ist die absolute Masse bei der geringen Dicke (30 mm) handhabbar.

Traglastaspekte:

  • Wandmontage: Verklebung trägt das Gewicht problemlos (bei ordnungsgemäßem Untergrund)

  • Deckenmontage: Zusätzliche mechanische Befestigung empfohlen (Tellerdübel)

  • Bodenmontage: Gewicht unkritisch (wird vom Estrich getragen)

Handhabung auf Baustelle:

  • Eine Standardplatte (1,20 m × 0,60 m = 0,72 m², 30 mm) wiegt ca. 11-14 kg

  • Einzelperson kann Platten gut handhaben

  • Bei größeren Formaten (2,40 m × 0,60 m) Hebevorrichtung empfohlen


Kann man Vakuumdämmung überputzen?

Ja, Vakuumdämmung kann überputzt werden. Dafür wird auf die VIP-Oberfläche ein Armierungsgewebe in Kleber eingebettet, darüber folgt Grundputz und Oberputz. Spezielle VIP-Putzsysteme sind verfügbar.

Detaillierte Erklärung

Putzaufbau auf VIP (von innen nach außen):

  1. Vakuumdämmplatte

  2. Armierungsmörtel (3-5 mm)

  3. Armierungsgewebe (Glasfaser oder Kunststoff)

  4. Weitere Schicht Armierungsmörtel (3-5 mm)

  5. Grundputz (5-10 mm)

  6. Oberputz (Dekorschicht, 2-5 mm)

Gesamtaufbau: 13-25 mm zusätzlich zu VIP-Dicke

Besonderheiten:

  • Haftung: Die Metallfolie der VIP ist glatt – spezielle Haftbrücke oder aufgeraute Oberfläche erforderlich

  • Fugenverstärkung: Stöße zwischen VIP-Platten müssen durch Gewebe überbrückt werden (Rissbildung vermeiden)

  • Keine mechanische Befestigung: Putzträger darf NICHT durch VIP gedübelt werden (Vakuum würde zerstört)

Systeme:

  • Weber.therm VIP: Komplettsystem mit Kleber, Armierung, Putz

  • Sto VIP-System: Außenputzsystem für WDVS

  • Eigenentwicklung: Möglich, aber Systemzulassung beachten

Alternative: Putzträgerplatten (z.B. 10 mm Calciumsilikat) auf VIP kleben, dann konventionell verputzen – einfacher und sicherer.


Kann man auf Vakuumdämmung tapezieren?

Nicht direkt. Auf Vakuumdämmplatten muss zuerst eine Beplankung (z.B. Gipskarton) oder Putzträgerplatte montiert werden. Auf dieser Oberfläche kann dann wie gewohnt tapeziert werden.

Detaillierte Erklärung

Die Metallfolie der VIP ist keine geeignete Tapezier-Unterlage, weil:

  • Keine Saugfähigkeit: Tapetenkleister haftet nicht auf Aluminium

  • Keine Befestigung: Tapete kann nicht mechanisch fixiert werden

  • Unebene Fugen: Stöße zwischen VIP-Platten würden durchscheinen

Korrekte Ausführung:

  1. VIP auf Wand verklebt (vollflächig)

  2. Beplankung aufbringen:

    • Option A: Gipskartonplatten (12,5 mm) aufkleben oder auf Lattung befestigen

    • Option B: Putzträgerplatten (z.B. Calciumsilikat 10 mm) aufkleben

    • Option C: Direkt verputzen (mit Armierungsgewebe)

  3. Oberfläche verspachteln/grundieren

  4. Tapezieren wie auf normaler Wand

Gesamtaufbau (Beispiel Innendämmung):

  • Bestandswand

  • Dampfbremse

  • VIP (30 mm)

  • Gipskarton (12,5 mm)

  • Tapete

Raumverlust: 30 mm + 12,5 mm = 42,5 mm

Diese Beplankung ist ohnehin empfohlen, da sie die VIP vor Beschädigung schützt und eine normale Wandoberfläche schafft (für Bilder aufhängen, Möbel anstellen, etc.).


Gesundheit & Sicherheit

Kann Vakuumdämmung schimmeln?

Nein, Vakuumdämmung kann nicht schimmeln. Der Kern aus pyrogener Kieselsäure ist ein anorganisches Mineral, das Schimmelpilzen keinen Nährboden bietet. Auch die Aluminium-Kunststoff-Verbundfolie ist schimmelresistent.

Detaillierte Erklärung

Schimmelwachstum benötigt drei Faktoren: Feuchtigkeit, Nährstoffe und geeignete Temperatur. VIP erfüllt keine dieser Bedingungen:

Kein Nährstoff: Kieselsäure ist rein mineralisch – Schimmelpilze können davon nicht leben.

Keine Feuchteaufnahme: Der Kern nimmt praktisch keine Feuchte auf (< 0,1 Vol.-% bei 80% relativer Feuchte). Die Folie ist diffusionsdicht und verhindert Feuchtetransport.

Kein organisches Material: Anders als Holzfaser, Zellulose oder Mineralwolle mit organischem Bindemittel enthält VIP keine organischen Bestandteile.

Einschränkung: Schimmel kann auf der Oberfläche von VIP wachsen, wenn die Umgebung feucht ist (z.B. bei Wasserschaden). Das betrifft dann aber die Oberfläche, nicht die Dämmung selbst. Das Problem ist dann die Feuchtequelle, nicht das VIP.

Bei fachgerechter Ausführung mit Dampfbremse und ordnungsgemäßem Feuchtemanagement ist Schimmelbildung bei VIP-Systemen praktisch ausgeschlossen.


Ist Vakuumdämmung gesundheitsschädlich?

Nein, Vakuumdämmung ist nicht gesundheitsschädlich. VIP bestehen aus inertem Kieselsäurepulver und Aluminium-Kunststoff-Folie – beide Materialien sind gesundheitlich unbedenklich und gasen keine Schadstoffe aus.

Detaillierte Erklärung

Keine VOC-Emission: VIP enthalten keine flüchtigen organischen Verbindungen (VOC). Es gibt keine Ausgasungen, die die Raumluft belasten könnten.

Keine Faserstäube: Anders als Mineralwolle gibt VIP keine gesundheitsschädlichen Faserstäube ab. Kieselsäure liegt als festes Pulver vor, nicht als Fasern.

Allergikergeeignet: Da keine organischen Materialien enthalten sind, sind VIP auch für Allergiker unbedenklich.

REACH-konform: Vacupor-Produkte erfüllen die REACH-Verordnung (EU-Chemikalienverordnung) und enthalten keine bedenklichen Stoffe.

Einschränkung bei Beschädigung: Wenn die Folie beschädigt wird und Kieselsäurestaub austritt, sollte Staubentwicklung vermieden werden (nicht lungengängig, aber irritierend für Atemwege). Bei professioneller Verarbeitung tritt dieser Fall nicht ein.

AgBB-Prüfung: Vacupor-Produkte sind nach AgBB-Schema (Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten) geprüft und als gesundheitlich unbedenklich eingestuft.


Ist Vakuumdämmung giftig wenn beschädigt?

Nein, Vakuumdämmung ist auch bei Beschädigung nicht giftig. Der Kieselsäurekern ist gesundheitlich unbedenklich, kann aber Staubentwicklung verursachen, die Atemwege reizen kann (ähnlich wie Baustaubexposition).

Detaillierte Erklärung

Wenn die Folie eines VIP beschädigt wird, strömt Luft ein und das Vakuum geht verloren. Der Kieselsäurekern ist dann exponiert:

Keine Giftstoffe: Kieselsäure (SiO₂) ist chemisch inert und ungiftig. Es handelt sich um dasselbe Material wie Sand, nur in feiner Pulverform.

Staubbelastung: Feiner Kieselsäurestaub kann bei Aufwirbelung die Atemwege reizen. Deshalb sollten beschädigte VIP nicht ohne Staubschutzmaske bearbeitet werden.

Keine krebserregende Wirkung: Anders als kristallines Siliziumdioxid (Quarzstaub, der Silikose verursachen kann) ist pyrogene Kieselsäure amorph und nicht kristallin. Sie ist nicht als krebserregend eingestuft.

Handlungsempfehlung bei Beschädigung:

  • Bereich absperren (Staubentwicklung minimieren)

  • Staubschutzmaske P2 tragen

  • Beschädigtes Paneel vorsichtig entfernen (in Folie einpacken)

  • Fläche mit feuchtem Tuch reinigen (kein Trockenwischen)

Bei professioneller Verarbeitung durch geschultes Personal treten Beschädigungen selten auf.


Entsorgung & Nachhaltigkeit

Wie entsorgt man Vakuumdämmung?

Vakuumdämmplatten werden als Baumischabfall (AVV 170904) entsorgt. In der Praxis erfolgt meist thermische Verwertung (Müllverbrennung). Eine stoffliche Verwertung ist aufgrund des Verbundmaterials aufwendig.

Detaillierte Erklärung

Entsorgungswege:

  1. Thermische Verwertung (häufigster Weg): VIP werden in Müllverbrennungsanlagen verbrannt. Der Kieselsäurekern ist nicht brennbar und verbleibt als Asche. Die Kunststoffschichten und das Aluminium verbrennen bzw. werden energetisch verwertet.

  2. Stoffliche Verwertung (selten): Theoretisch können Kieselsäure und Aluminium getrennt und wiederverwertet werden, aber das ist aufwendig und wirtschaftlich nicht darstellbar.

  3. Deponie (nur bei Kleinmengen): Bauschutt-Deponie (Klasse I oder II)

Abfallschlüssel: AVV 170904 (gemischte Bauund Abbruchabfälle)

Kosten: 150-250 €/Tonne (je nach Region und Entsorgungsbetrieb)

Besonderheiten:

  • VIP sind NICHT Sondermüll (enthalten keine gefährlichen Stoffe)

  • Keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich

  • Große Mengen (> 1 Tonne): Abfallwirtschaftskonzept empfohlen

Ökobilanz: Trotz eingeschränkter Recyclingfähigkeit ist die Gesamtökobilanz von VIP positiv, weil die eingesparte Energie über die Lebensdauer (50 Jahre) die Herstellungsenergie um ein Vielfaches übertrifft. Mehr zur Ökobilanz.

Zukunft: Hersteller arbeiten an verbesserten Recyclingverfahren (Trennung von Folie und Kern). Porextherm bietet bereits Rücknahmeprogramme für Verschnitt an.


Ist Vakuumdämmung recyclebar?

Vakuumdämmung ist theoretisch recyclebar, aber praktisch schwierig. Die Trennung von Kieselsäurekern und Mehrschichtfolie ist aufwendig. Derzeit werden VIP meist thermisch verwertet (Müllverbrennung) statt stofflich recycelt.

Detaillierte Erklärung

Warum ist Recycling schwierig?

  • Verbundmaterial: VIP bestehen aus Kieselsäure + Aluminium + mehreren Kunststoffschichten – eine sortenreine Trennung erfordert aufwendige Verfahren

  • Wirtschaftlichkeit: Der Aufwand für Trennung übersteigt den Wert der zurückgewonnenen Materialien

  • Keine Infrastruktur: Es gibt (noch) keine großflächigen Recyclinganlagen speziell für VIP

Was ist theoretisch möglich?

  • Kieselsäure: Könnte als Füllstoff in Beton oder als Rohstoff für neue VIP wiederverwendet werden

  • Aluminium: Könnte eingeschmolzen und für neue Folien verwendet werden

  • Kunststoffe: Könnten energetisch verwertet werden

Aktuelle Praxis:

  • Produktionsabfälle: Werden von Herstellern teilweise zurückgenommen und intern verwertet

  • Baustellenverschnitt: Thermische Verwertung (Müllverbrennung)

  • Rückbau nach Lebensdauer: Meist thermische Verwertung

Entwicklungen:

  • Porextherm forscht an Recyclingverfahren für VIP

  • EU-Bauproduktenverordnung fordert zunehmend Kreislaufwirtschaft – Hersteller arbeiten an Lösungen

Vergleich mit anderen Dämmstoffen:

  • Mineralwolle: Recycling möglich (als Füllstoff)

  • EPS: Recycling gut möglich (Regranulat)

  • PUR: Recycling schwierig (wie VIP)

  • VIP: Ähnlich wie PUR - Recycling ausbaufähig

Fazit: VIP sind aktuell nur eingeschränkt recyclebar, aber die Gesamtökobilanz bleibt durch lange Lebensdauer (50+ Jahre) und hohe Energieeinsparung positiv.


Braucht Vakuumdämmung Wartung?

Nein, Vakuumdämmung ist wartungsfrei. Nach fachgerechter Installation funktioniert VIP über die gesamte Lebensdauer (50+ Jahre) ohne Wartungsmaßnahmen. Es gibt keine Alterung oder Leistungsverlust, solange die Hülle intakt bleibt.

Detaillierte Erklärung

Warum ist VIP wartungsfrei?

  • Keine mechanischen Teile: VIP haben keine beweglichen Komponenten, die verschleißen könnten

  • Keine chemische Alterung: Kieselsäure und Aluminium sind chemisch stabil und verändern sich nicht über Zeit

  • Keine Feuchteaufnahme: Anders als organische Dämmstoffe nimmt VIP keine Feuchte auf, die zu Alterung führen könnte

  • Geschützte Lage: VIP sind durch Putz, Beplankung oder Estrich vor Umwelteinflüssen geschützt

Was sollte dennoch überprüft werden?

  • Oberflächenschäden: Bei nachträglichen Bohrungen oder Renovierungen prüfen, ob VIP-Bereiche betroffen sind

  • Wärmebrücken: Bei energetischer Bewertung (z.B. für Verkauf) thermografische Kontrolle durchführen

  • Anschlüsse: Sicherstellen, dass Dampfbremse und Anschlüsse weiterhin intakt sind

Häufigkeit: Nur bei baulichen Veränderungen oder alle 10-15 Jahre im Rahmen allgemeiner Gebäudeinspektion

Vergleich mit anderen Dämmstoffen:

  • Mineralwolle: Setzung möglich (alle 15-20 Jahre prüfen)

  • EPS/XPS: UV-Schäden möglich (wenn exponiert)

  • PUR: Zellgas-Diffusion (Lambda-Wert verschlechtert sich über Zeit)

  • VIP: Keine Alterung bei intakter Hülle

Garantie: Porextherm gibt 50 Jahre Garantie auf Vakuumhaltigkeit – ein Indiz dafür, dass Wartung nicht erforderlich ist.

Fazit: VIP ist "install and forget" – einmal fachgerecht eingebaut, funktioniert es Jahrzehnte ohne Eingriff.


Spezialfragen

Ist Vakuumdämmung umweltfreundlich?

Die Umweltbilanz von VIP ist differenziert zu betrachten:

Positive Aspekte

Energieeinsparung: Durch die hohe Dämmleistung wird langfristig deutlich mehr Energie eingespart als für die Herstellung benötigt wird. Die Energieamortisationszeit liegt bei etwa 2-4 Jahren (abhängig vom Energieträger).

Langlebigkeit: 50+ Jahre Lebensdauer bedeuten weniger Austauschzyklen und weniger Abfall im Vergleich zu kurzlebigeren Dämmstoffen.

Ressourcenschonung: Durch die minimale Dicke wird weniger Material pro Quadratmeter Dämmfläche benötigt – bei gleicher Dämmwirkung 1/5 bis 1/8 des Volumens konventioneller Dämmstoffe.

Keine Schadstoffe: Kieselsäure und Metallfolie sind inert, keine Ausgasung von VOC (flüchtige organische Verbindungen).

Kritische Aspekte

Energieintensive Herstellung: Die Evakuierung der Paneele erfordert Vakuumpumpen – hoher Energieaufwand. Die graue Energie ist etwa 3-4× höher als bei Mineralwolle.

Verbundmaterial: VIP sind schwer zu recyceln (Trennung Folie/Kern aufwendig). Aktuell meist thermische Verwertung (Müllverbrennung).

Globale Lieferketten: Viele Hersteller beziehen Komponenten aus Asien (Kieselsäure, Folien) – Transport-Emissionen.

Vergleich EPD (Environmental Product Declaration)

  • VIP: ca. 35-50 kg CO₂-Äquivalent pro m² (30 mm)

  • Mineralwolle: ca. 10-15 kg CO₂-Äquivalent pro m² (160 mm)

  • EPS: ca. 15-20 kg CO₂-Äquivalent pro m² (180 mm)

Über die Lebensdauer (50 Jahre Nutzung):

  • VIP: Energieeinsparung ca. 2.500 kWh/m² → CO₂-Einsparung ca. 600 kg/m² (bei Gasheizung)

  • Herstellungs-CO₂: 50 kg/m²

  • Netto-Einsparung: 550 kg CO₂/m²

Fazit: Die hohe graue Energie amortisiert sich durch die überlegene Dämmleistung innerhalb von 3-5 Jahren. Über die Lebensdauer ist VIP klimapositiv.


Welche Alternativen gibt es zu Vakuumdämmung?

Wenn VIP aus Kostenoder technischen Gründen nicht infrage kommt, gibt es Alternativen mit ebenfalls hoher Dämmleistung:

1. Aerogel-Dämmstoffe

  • Lambda: 0,013-0,018 W/mK

  • Vorteile: Flexibel, zuschneidbar, keine Vakuumempfindlichkeit

  • Nachteile: Noch teurer als VIP (150-300 €/m²), mechanisch empfindlich

  • Anwendung: Fensterlaibungen, komplexe Geometrien

  • Produkte: Spaceloft (Aspen Aerogels), Slentite (BASF)

2. Polyurethan-Hochleistungsplatten (PUR/PIR)

  • Lambda: 0,022-0,028 W/mK

  • Vorteile: Deutlich günstiger (35-50 €/m²), zuschneidbar

  • Nachteile: Doppelte Dicke nötig (60 mm statt 30 mm VIP)

  • Anwendung: Dächer, Böden, wo etwas mehr Platz verfügbar ist

  • Produkte: Kingspan, puren, Recticel

3. Phenolharzplatten (Resol)

  • Lambda: 0,021-0,025 W/mK

  • Vorteile: Brandklasse A (nicht brennbar), zuschneidbar

  • Nachteile: Teurer als PUR, Feuchteempfindlich

  • Anwendung: Hochhäuser mit Brandschutzanforderungen

  • Produkte: Kingspan Kooltherm, Recticel Eurowall

4. Mineralschaum / Calciumsilikat

  • Lambda: 0,045-0,065 W/mK

  • Vorteile: Nicht brennbar, diffusionsoffen, schimmelhemmend

  • Nachteile: Schlechtere Dämmleistung (3-4× dicker als VIP)

  • Anwendung: Innendämmung mit Feuchteproblemen, Denkmalschutz

  • Produkte: Multipor, Calsitherm

5. Hybrid-Systeme

Kombination verschiedener Dämmstoffe:

  • VIP + PUR: VIP als Hauptdämmung, PUR für Anschlüsse und Restflächen

  • VIP + Mineralwolle: VIP für Hauptflächen, Mineralwolle für unkritische Bereiche

Entscheidungshilfe:

  • Extremer Platzmangel + Budget vorhanden → VIP oder Aerogel

  • Moderater Platzmangel + mittleres Budget → PUR/PIR

  • Brandschutz kritisch → Phenolharz oder Calciumsilikat

  • Budget begrenzt + Platz vorhanden → Mineralwolle oder Holzfaser

MEUVO-Beratung: Wir analysieren Ihre spezifische Situation (Platzverhältnisse, Budget, bauphysikalische Anforderungen) und empfehlen die wirtschaftlich optimale Lösung – das ist nicht immer VIP.


Kann Vakuumdämmung im Außenbereich eingesetzt werden?

Ja, VIP kann im Außenbereich eingesetzt werden, aber nur mit ausreichendem Schutz:

Einsatzmöglichkeiten Außendämmung

  • Fassadendämmung (WDVS): VIP als Dämmschicht unter Außenputz

  • Dachdämmung: Aufsparrenoder Aufdachdämmung mit Abdichtung

  • Sockeldämmung: Mit robuster Schutzschicht gegen mechanische Belastung

Kritische Faktoren

  • UV-Strahlung: Zerstört Kunststoffschichten der Folie → VIP muss abgedeckt sein (Putz, Verkleidung, Bitumen-Bahn)

  • Mechanische Belastung: Hagelschlag, Stöße, Vandalismus → Putzträgerplatte oder Bekleidung erforderlich

  • Perimeterdämmung (Erdreich): Nicht empfohlen – zu hohes Risiko der Beschädigung durch Erdreich-Setzungen, Wurzeln, Grabarbeiten

Systemaufbau WDVS mit VIP

  1. Bestandswand

  2. VIP-Dämmplatten (verklebt)

  3. Armierungsschicht mit Glasfasergewebe

  4. Grundputz

  5. Oberputz

Wichtig: Spezielle WDVS-Systeme für VIP verwenden (z.B. Weber.therm VIP, Sto VIP), die auf die Anforderungen abgestimmt sind (Putzhaftung auf Metallfolie, Fugenausbildung).

Alternativen für Außendämmung

Wenn Beschädigungsrisiko zu hoch erscheint:

  • VIP als Innendämmung + konventionelle Außendämmung

  • Hybrid: VIP nur in unkritischen Bereichen, PUR/EPS in exponierten Bereichen


Funktioniert Vakuumdämmung auch bei Feuchtigkeit?

Ja, VIP funktioniert auch bei Feuchtigkeit – unter bestimmten Bedingungen:

Vorteile gegenüber konventionellen Dämmstoffen

  • Kern ist nicht hygroskopisch: Kieselsäure nimmt praktisch keine Feuchte auf (< 0,1 Vol.-% bei 80% relativer Feuchte)

  • Keine Dämmwertverschlechterung durch Feuchte: Anders als Mineralwolle oder Holzfaser verliert VIP durch Feuchte nicht an Dämmleistung – solange die Hülle intakt ist

  • Keine Schimmelbildung: Anorganischer Kern bietet keinen Nährboden

Kritische Punkte

  • Metallfolie ist diffusionsdicht: Kein Feuchteaustausch möglich → bei Innendämmung Kondensationsrisiko an der Grenzschicht

  • Tauwasser-Problematik: Bei Innendämmung mit VIP muss bauphysikalisch sichergestellt werden, dass kein Tauwasser hinter der Dämmung anfällt → Feuchteschutznachweis nach DIN 4108 erforderlich

  • Hülle kann durch Korrosion beschädigt werden: Bei dauerhafter Durchfeuchtung (z.B. Leckage) kann die Metallfolie korrodieren → Vakuumverlust

Konstruktive Lösungen

  • Dampfbremse: Bei Innendämmung auf Raumseite eine Dampfbremse (sd > 2 m) vorsehen

  • Lüftungskonzept: Sicherstellen, dass Raumfeuchte abgeführt wird (Lüftungsanlage, Fensterlüftung)

  • Kapillaraktive Putzträgerplatte: Z.B. Calciumsilikat auf VIP – kann Feuchtespitzen puffern

Fazit: VIP ist feuchtebeständig, erfordert aber bei Innendämmung eine sorgfältige bauphysikalische Planung, um Kondensationsprobleme zu vermeiden. Ein Energieberater oder Bauphysiker sollte die Konstruktion berechnen.


Fazit und Kontakt

Für wen lohnt sich Vakuumdämmung?

Vakuumdämmung lohnt sich für:

  • Architekten und Planer, die maximale Energieeffizienz bei minimaler Dämmdicke erreichen wollen

  • Bauherren im Denkmalschutz, wo Fassadenänderungen nicht zulässig sind

  • Sanierer mit Platzbeschränkungen (niedrige Kellerdecken, Türanschlüsse, Raumhöhenbegrenzung)

  • Investoren in Ballungsräumen, wo jeder Quadratmeter Wohnfläche hohen Wert hat

  • Passivhaus-Bauherren, die U-Werte < 0,15 W/(m²·K) erreichen müssen

  • Gewerbebau mit hohen Anforderungen (Kühlhäuser, Labore, Reinräume)

Nicht empfehlenswert für:

  • Budgetorientierte Projekte, wo konventionelle Dämmung ausreicht

  • Anwendungen mit hohem Beschädigungsrisiko (ohne Schutzmaßnahmen)

  • Do-it-yourself ohne fachliche Unterstützung


Wo bekomme ich fachgerechte Beratung zu Vakuumdämmung?

MEUVO ist exklusiver Partner von Porextherm/Vacupor für Bayern, Sachsen, Berlin und Brandenburg und bietet:

  • Kostenlose Erstberatung: Ist VIP die richtige Lösung für Ihr Projekt?

  • Aufmaß und Verlegeplanung: Präzise Erfassung, maßgenaue Fertigung

  • U-Wert-Berechnung: Bauphysikalische Nachweise für EnEV/GEG

  • Fördermittelberatung: Unterstützung bei KfW/BAFA-Anträgen

  • Montage durch geschultes Fachpersonal: Sachgerechte Verarbeitung

  • Qualitätssicherung: Thermografie, Dokumentation

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