Manche Sanierungsprojekte scheitern nicht am Budget und nicht am Willen der Beteiligten, sondern schlicht am Platz. Die Kellerdecke mit nur 2,10 m lichter Höhe, die denkmalgeschützte Gründerzeitfassade, der Balkonanschluss mit festgelegter Schwellenhöhe – überall dort, wo konventionelle Dämmstoffe 15 oder 20 cm Aufbauhöhe bräuchten, fehlen genau diese Zentimeter. Vakuumdämmung löst diesen Zielkonflikt: Vakuumisolationspaneele (VIP) erreichen bei einer Wärmeleitfähigkeit von 0,004 bis 0,007 W/(m·K) die fünf- bis zehnfache Dämmleistung herkömmlicher Materialien. Konkret: 20 mm Vakuumdämmung ersetzen 160 mm Mineralwolle.
Dieser Ratgeber erklärt das Funktionsprinzip, die wichtigsten Einsatzgebiete und die Eigenschaften von VIP damit Sie entscheiden können, wann Hochleistungsdämmung gegenüber konventionellen Dämmstoffen gerechtfertigt ist. Die Planungsgrundlagen gelten unabhängig davon, ob Sie einen Altbau sanieren, ein Passivhaus planen oder eine Kellerdecke nachträglich dämmen. Häufig gestellte Fragen zu Vakuumdämmung beantworten wir Ihnen in unserem FAQ.
Das Grundprinzip kennen Sie von der Thermoskanne: Zwischen zwei Schichten wird ein Vakuum erzeugt, das die Wärmeübertragung nahezu unterbindet. Vakuumisolationspaneele, auch Vakuumdämmplatten genannt, übertragen dieses Thermoskanne-Prinzip auf die Gebäudedämmung, allerdings in einem wesentlich komplexeren Aufbau.
Ein VIP besteht aus drei Komponenten. Der Stützkern aus mikroporöser Kieselsäure – genauer: aus pyrogem Kieselsäurepulver – hält dem äußeren Luftdruck stand und verhindert, dass das Paneel zusammengedrückt wird. Die Porenstruktur dieses Kerns ist so fein, dass selbst bei Restdruck kaum noch Gasmoleküle Wärme transportieren können. Um den Kern liegt eine Hochbarrierefolie, eine mehrschichtige Verbundfolie aus Aluminium und Kunststoff, die das Vakuum dauerhaft aufrechterhält. Im Inneren herrscht ein Druck von etwa 1 bis 5 mbar, verglichen mit 1.013 mbar Normaldruck.
Warum ist das so wirkungsvoll? Bei konventionellen Dämmstoffen wie Mineralwolle oder Polystyrol transportieren Gasmoleküle in den Poren den Großteil der Wärme. Das Vakuum schaltet diesen Transportweg vollständig ab, denn ohne Gas gibt es weder Wärmeleitung durch Luftmoleküle noch Konvektion. Die reflektierende Folienoberfläche minimiert zusätzlich die Wärmestrahlung. Übrig bleibt die Wärmeleitung durch den festen Stützkern selbst – und die ist bei Kieselsäurepulver extrem gering.
Die zentralen Eigenschaften von Vakuumisolationspaneelen unterscheiden sich grundlegend von konventionellen Dämmstoffen. Die Wärmeleitfähigkeit liegt bei 0,004 bis 0,007 W/(m·K), je nach Hersteller und Paneeldicke. Die Druckfestigkeit erreicht 100 bis 150 kPa, was für die meisten Einsatzbereiche im Boden- und Deckenbereich ausreicht. VIP sind in Dicken von 10 bis 50 mm erhältlich, wobei dünnere Paneele häufig als Ergänzungsdämmung zum Einsatz kommen.
Besonders relevant für die Langzeitplanung: Vakuumisolationspaneele besitzen bauaufsichtliche Zulassungen des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) mit einer nachgewiesenen Lebensdauer von über 50 Jahren. Diese Langlebigkeit verdanken VIP der gasdichten Hochbarrierefolie, die den Vakuumdruck über Jahrzehnte stabil hält. Die Technologie wurde ursprünglich in den 1990er Jahren für die Kühlindustrie entwickelt und hat sich seit den 2000er Jahren im Hochbau etabliert – Vakuumdämmung ist damit kein Experiment mehr, sondern Stand der Technik für anspruchsvolle Dämmaufgaben an Gebäuden.
Wie groß ist der Unterschied wirklich? Um einen identischen U-Wert von 0,30 W/(m²·K) zu erreichen, benötigen die gängigen Dämmstoffe folgende Materialstärken:
Dämmstoff | Lambda λ in W/(m·K) | Benötigte Dicke | Faktor zu VIP |
|---|---|---|---|
Vakuumdämmung (VIP) | 0,007 | ca. 23 mm | Referenz |
PUR/PIR-Hartschaum | 0,024 | ca. 80 mm | 3,5× |
XPS | 0,035 | ca. 117 mm | 5,1× |
EPS (Polystyrol) | 0,035 | ca. 117 mm | 5,1× |
Mineralwolle | 0,040 | ca. 133 mm | 5,8× |
Die Zahlen allein erklären allerdings nicht, wann welches Material die richtige Wahl ist. Dafür sind drei Faktoren entscheidend: verfügbare Aufbauhöhe, Budget und Bearbeitbarkeit auf der Baustelle.
EPS und Mineralwolle bleiben die wirtschaftlichsten Dämmstoffe, wenn genügend Platz vorhanden ist. Beide Materialien lassen sich auf der Baustelle zuschneiden, an Rohrleitungen anpassen und bei Bedarf nachträglich verändern. Bei einem Standard-Neubau ohne Platzrestriktionen gibt es deshalb keinen sachlichen Grund für Vakuumdämmung. Mineralwolle bietet zudem den Vorteil der Nichtbrennbarkeit (Baustoffklasse A1), was bei erhöhten Brandschutzanforderungen im Gebäude entscheidend sein kann.
PUR/PIR-Hartschaum schließt die Lücke zwischen Standarddämmung und Hochleistungsdämmung. Mit Lambda-Werten von 0,024 W/(m·K) halbiert er die erforderliche Dicke gegenüber EPS, bleibt aber schneidbar und deutlich günstiger als VIP. Für Projekte, bei denen die konventionelle Lösung knapp zu dick wäre, ist PUR daher oft die pragmatischere Alternative.
Vakuumisolationspaneele beginnen dort, wo konventionelle Materialien an bauliche Grenzen stoßen. VIP sind keine bessere Version von EPS, sondern ein grundlegend anderer Ansatz für Gebäude mit besonderen Anforderungen. Was bedeutet das für die Planung? Wenn Aufbauhöhe, Denkmalschutz oder Grenzabstände den Einsatz konventioneller Dämmung verhindern, wird Hochleistungsdämmung zur einzigen technisch sinnvollen Möglichkeit – und damit auch zur wirtschaftlichen.
Vakuumdämmung spielt ihre Stärke dort aus, wo die verfügbare Aufbauhöhe begrenzt ist oder wo jeder gewonnene Zentimeter einen messbaren Mehrwert für das Gebäude bringt. Die Einsatzbereiche lassen sich nach der Art des Engpasses gruppieren.
Einsatzgebiet | Typischer Engpass | Typische VIP-Dicke | U-Wert erreichbar |
|---|---|---|---|
Fußboden / Estrich | Türschwellen, Raumhöhe | 20–30 mm | 0,25–0,30 W/(m²·K) |
Wand / Fassade | Grenzabstand, Denkmalschutz | 20–40 mm | 0,18–0,24 W/(m²·K) |
Kellerdecke | Durchgangshöhe, Leitungen | 20–30 mm | 0,20–0,30 W/(m²·K) |
Decke / Flachdach | Attika, Durchfahrtshöhe | 30–50 mm | 0,15–0,24 W/(m²·K) |
Terrasse / Balkon | Schwellenhöhe, Gefälle | 20–30 mm | 0,20–0,30 W/(m²·K) |
Bei der Sanierung von Bestandsgebäuden stoßen Planer regelmäßig an die gleiche Grenze: Der Bodenaufbau soll energetisch wirksam sein, darf aber Türschwellen, Treppenanschlüsse und Raumhöhen nicht verändern. 20 mm Vakuumdämmung reichen aus, um GEG-konforme U-Werte zu erreichen, ohne Türen kürzen, Schwellen anpassen oder Treppenstufen ausgleichen zu müssen. Detaillierte Planungshinweise zu Fußbodendämmung mit Vakuumpaneelen lesen Sie in unserem separaten Ratgeber.
Ähnlich verhält es sich bei der Kellerdeckendämmung von unten: Wer mit 14 cm Mineralwolle an der Durchgangshöhe scheitern würde, kommt mit 3 cm VIP ans Ziel. Welche Konsequenzen hat das für die Ausführung? Vor allem eine: Die Verlegeplanung muss vor der Bestellung abgeschlossen sein, denn Vakuumdämmplatten lassen sich auf der Baustelle nicht zuschneiden. Gleichzeitig verbessert die Reduzierung der Wärmeverluste über Boden und Kellerdecke das Raumklima im Erdgeschoss spürbar, weil die Oberflächentemperatur des Fußbodens steigt.
An der Fassade entscheiden Grenzabstände, Denkmalschutzauflagen und Fensterlaibungen über die zulässige Dämmstärke. Eine konventionelle Außendämmung von 16 bis 24 cm verändert die Gebäudeproportionen erheblich, weil Fenster tief in den Wänden liegen und Dachüberstände zu schmalen Vorsprüngen schrumpfen. VIP bewahren die ursprünglichen Fassadenproportionen bei nur 2 bis 4 cm Ausladung.
Bei der Innendämmung denkmalgeschützter Gebäude ist der Flächenunterschied noch relevanter: 30 mm Vakuumdämmung statt 200 mm konventionell spart bei einer 100 m² Wandfläche etwa 17 m² Nutzfläche. In Innenstädten kann das den entscheidenden Unterschied für die Wirtschaftlichkeitsberechnung einer Sanierung ausmachen. Zudem verbessert die Innendämmung das Raumklima, weil die Oberflächentemperatur der Wände steigt und damit sowohl das Zugluftempfinden als auch das Schimmelrisiko zurückgehen. Lesen Sie detaillierte Planungshinweise zu Vakuumdämmung für Wand und Fassade in unserem separaten Ratgeber.
Auskragende Balkonplatten wirken wie Kühlrippen, die kontinuierlich Wärme aus dem Gebäude abführen – ein Problem, das bei Altbauten vor der ersten Wärmeschutzverordnung besonders ausgeprägt ist. Bei der nachträglichen Dämmung gibt die Schwellenhöhe den maximalen Aufbau vor, während gleichzeitig Entwässerungsgefälle und Belagsdicke berücksichtigt werden müssen. Lesen Sie ausführliche Planungshinweise zu Vakuumdämmung für Terrasse und Balkon in unserem separaten Ratgeber.
Ähnliche Einschränkungen gelten bei Flachdächern, wo Attikahöhen und bestehende Anschlüsse die mögliche Dicke begrenzen, sowie bei Garagendecken mit knapper Durchfahrtshöhe. Vakuumisolationspaneele ermöglichen in all diesen Einsatzbereichen eine wirksame thermische Trennung bei nur 20 bis 30 mm Materialdicke.
Die energetische Sanierung von Altbauten vereint sämtliche Engpässe in einem Projekt: Denkmalschutz schließt die Außendämmung aus, Innendämmung kostet Wohnfläche an den Wänden, Bodenaufbauten stoßen an Türschwellen. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) fordert bei Sanierungen U-Werte von maximal 0,24 W/(m²·K) für Außenwände – Werte, die bei den baulichen Einschränkungen vieler Altbauten nur mit Hochleistungsdämmung erreichbar sind. Was Sie bei der Altbausanierung mit Vakuumdämmung beachten müssen, lesen Sie in unserem separaten Ratgeber.
Am anderen Ende des Spektrums steht der Passivhaus-Standard mit U-Werten von 0,10 bis 0,15 W/(m²·K), für die konventionelle Dämmstoffe 30 bis 40 cm Dicke erfordern. Bei der Bodenplatte erhöht jeder zusätzliche Zentimeter die Aushubtiefe und damit die Baukosten des gesamten Gebäudes erheblich. Wie lösen Planer diesen Zielkonflikt? Mit 30 bis 50 mm VIP, die Passivhaus-U-Werte bei einem Bruchteil der konventionellen Dicke erreichen und gleichzeitig die Energieeffizienz des Gebäudes sicherstellen. Lesen Sie detaillierte Planungshinweise zu Passivhaus-Dämmung mit Vakuumpaneelen in unserem separaten Ratgeber.
Vakuumdämmplatten kosten je nach Dicke und Kaschierung zwischen 80 und 160 Euro pro Quadratmeter – das Vier- bis Sechsfache konventioneller Dämmstoffe bei vergleichbarer Dämmwirkung. Auf den ersten Blick ein erheblicher Mehrpreis. Warum lohnt sich die Investition trotzdem in bestimmten Projekten?
Die Antwort liegt in der Gesamtkostenbetrachtung. Bei einer Bodensanierung mit begrenzter Aufbauhöhe fallen bei konventioneller Dämmung zahlreiche Folgekosten an: Türen kürzen, Schwellen anpassen, Treppenstufen ausgleichen, Bodenbeläge an veränderte Höhen angleichen. Diese Arbeiten summieren sich schnell auf 3.000 bis 5.000 Euro. Mit VIP entfallen sie häufig vollständig, weil der geringe Aufbau keine Anpassungen am Gebäude erzwingt. Der effektive Preisunterschied zwischen Vakuumdämmung und konventionellen Dämmstoffen schrumpft dadurch erheblich.
Bei der Innendämmung in Ballungsräumen kommt ein weiterer Faktor hinzu: der Wert der gewonnenen Nutzfläche. Der Unterschied zwischen 3 cm VIP und 20 cm konventionellem Aufbau an den Wänden wirkt sich bei größeren Flächen spürbar auf die Wohnfläche aus. Ob dieser Flächengewinn die Mehrkosten rechtfertigt, hängt vom konkreten Quadratmeterpreis der Lage ab und sollte projektspezifisch kalkuliert werden.
Vakuumdämmung rechnet sich, wenn mindestens einer dieser Faktoren zutrifft: die Aufbauhöhe ist technisch begrenzt und konventionelle Dämmstoffe scheitern an den baulichen Gegebenheiten; der Flächenwert ist hoch genug, dass der Raumgewinn die Materialkosten kompensiert; oder die eingesparten Anpassungsarbeiten reduzieren den effektiven Mehrpreis erheblich. Bei Standard-Neubauten ohne Platzrestriktionen bleibt konventionelle Dämmung fast immer die wirtschaftlichere Wahl.
Vakuumdämmung ist im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig. Bei der Einzelmaßnahme „Dämmung der Gebäudehülle” beträgt der Fördersatz bis zu 20 Prozent der förderfähigen Kosten – mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) sogar bis zu 25 Prozent. Die Förderung gilt unabhängig vom eingesetzten Dämmstoff, sofern die technischen Mindestanforderungen an den U-Wert eingehalten werden. Für VIP mit ihren niedrigen U-Werten ist diese Voraussetzung in der Praxis unproblematisch. Die Antragstellung erfolgt über die BEG-Plattform, die Bewilligung durch das BAFA.
Wer Vakuumdämmung einsetzen will, muss ihre Grenzen kennen — denn diese bestimmen den gesamten Planungs- und Bauprozess.
Die wichtigste Einschränkung betrifft die Bearbeitbarkeit: Vakuumdämmplatten können nicht geschnitten, gebohrt oder durchstoßen werden, weil jede Beschädigung der Hochbarrierefolie das Vakuum unwiderruflich zerstört. Alle Aussparungen für Rohre, Kabel und Durchführungen müssen deshalb vor der Bestellung feststehen und werden werksseitig gefertigt. Änderungen während der Bauphase erfordern neue Paneele. Was folgt daraus für die Praxis? Ein CAD-basierter Verlegeplan mit allen Maßen und Aussparungen ist keine Option, sondern Voraussetzung für jedes VIP-Projekt. Restflächen, Ecken und unregelmäßige Anschlüsse werden planmäßig mit PUR- oder EPS-Streifen ausgefüllt – der Anteil konventioneller Ergänzungsdämmung liegt typischerweise bei 5 bis 15 Prozent der Gesamtfläche.
An den Stößen zwischen den Paneelen entstehen Wärmebrücken, weil dort die doppelte Folienstärke der Hochbarrierefolie liegt. Der effektive U-Wert des Aufbaus steigt dadurch um 10 bis 20 Prozent gegenüber dem theoretischen Wert der reinen Paneelfläche. Eine normgerechte U-Wert-Berechnung nach DIN EN ISO 6946 muss diesen Fugeneffekt berücksichtigen – sonst stimmt der rechnerische Nachweis nicht mit der tatsächlichen Dämmwirkung überein.
Die Verarbeitung erfordert Sorgfalt beim Untergrund. Steinchen, Schraubenköpfe oder scharfe Kanten können die Folie perforieren, deshalb gehört bei Bodendämmung eine Trennlage zwischen Untergrund und VIP zum Standardaufbau. Lastverteilungsschichten über den Paneelen schützen vor Punktlasten durch Möbelfüße oder schwere Geräte.
Was passiert, wenn ein Paneel trotz aller Vorsicht beschädigt wird? Luft strömt ein und der Lambda-Wert steigt auf etwa 0,020 bis 0,025 W/(m·K). Das entspricht dem Niveau konventioneller Hartschaumdämmung – die Dämmwirkung sinkt also deutlich, aber das Paneel versagt nicht vollständig. Der Aufbau bleibt funktionstüchtig, die Energieeffizienz des Gebäudes wird nur lokal beeinträchtigt.
Phase | Inhalt |
|---|---|
Aufmaß und Anforderungen | Flächen, Anschlüsse, Lasten, gewünschte U-Werte klären |
Verlegeplanung | CAD-basierte Paneelaufteilung mit allen Aussparungen |
U-Wert-Nachweis | Berechnung nach DIN EN ISO 6946 inkl. Fugeneffekte |
Produktion | Werksseitige Fertigung der Zuschnitte, 3 bis 4 Wochen |
Einbau | Verlegung nach Plan durch Fachbetrieb mit VIP-Erfahrung |
Der Markt für Vakuumisolationspaneele im Hochbau wird von drei Herstellern geprägt. Die Unterschiede liegen im Kernmaterial, in der Produktpalette und in der regionalen Verfügbarkeit.
Porextherm mit Sitz in Kempten ist Marktführer in Deutschland und bietet mehrere Produktvarianten für unterschiedliche Einsatzbereiche – von unkaschierter Basisware für Fassaden bis zu kaschierten Systemen mit Gummigranulat oder integriertem Trittschallschutz. Das Kernmaterial ist pyrogenes Kieselsäurepulver mit einem Lambda-Wert von 0,007 W/(m·K). Alle Produkte verfügen über eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des DIBt mit nachgewiesener Lebensdauer von 50 Jahren.
va-Q-tec aus Würzburg arbeitet ebenfalls mit Kieselsäure-Stützkernen bei vergleichbaren Lambda-Werten. Das Unternehmen ist vor allem in der Kühllogistik stark positioniert und bedient den Bau als zweites Standbein. Die Fachhändler-Verfügbarkeit ist etwas eingeschränkter als bei Porextherm, dafür bietet va-Q-tec Kompetenz bei Sonderanwendungen und untypischen Einsatzbereichen. Für Projekte mit speziellen Anforderungen an Paneelgeometrie oder Dicke kann va-Q-tec eine geeignete Alternative sein.
Kingspan aus Irland setzt auf einen Glasfaser-Kern, der etwas höhere Lambda-Werte ergibt (0,009 bis 0,010 W/(m·K)). Der Vorteil liegt in kürzeren Produktionszeiten, allerdings benötigen Sie bei gleichem U-Wert etwas mehr Materialdicke als bei Paneelen mit Kieselsäurekern.
Vakuumisolationspaneele sind kein Produkt, das sich ohne Beratung bestellen lässt. Spezialisierte Fachhändler übernehmen die Verlegeplanung, U-Wert-Berechnung und Koordination mit dem Hersteller – Leistungen, die bei der Preisverhandlung berücksichtigt werden sollten, weil sie den Projekterfolg maßgeblich beeinflussen.
Die Entscheidung für oder gegen Vakuumdämmung folgt einer klaren Logik. Welche Kriterien treffen auf Ihr Projekt zu?
Aufbauhöhe ist technisch begrenzt – Türschwellen, Durchgangshöhen, Attikahöhen oder Anschlussdetails lassen konventionelle Dämmstärken nicht zu.
Denkmalschutz oder Grenzabstand – Die Außendämmung an der Fassade ist ausgeschlossen oder auf wenige Zentimeter limitiert. Innendämmung soll möglichst wenig Fläche kosten.
Hoher Nutzflächenwert – In City-Lagen kompensiert der Raumgewinn die höheren Materialpreise.
Sanierung ohne Auszug – Die geringe Dicke vermeidet Türanpassungen, Schwellenänderungen und aufwendige Eingriffe ins Gebäude.
Passivhaus-Standard – Die erforderlichen U-Werte lassen sich bei der Bodenplatte nur mit VIP wirtschaftlich erreichen.
Ausreichend Platz vorhanden – Wenn 14 bis 20 cm Aufbauhöhe kein Problem darstellen, ist die konventionelle Lösung wirtschaftlicher.
Häufige Durchdringungen zu erwarten – Installationsänderungen, nachträgliche Kabelführungen oder Bohrungen sind bei VIP nicht möglich.
Budget ist der primäre Entscheidungsfaktor – Ohne Platzrestriktionen amortisieren sich die höheren Preise nicht.
Große Flächen ohne Sonderbedingungen – Bei einfachen Geometrien im Neubau überwiegt der Preisvorteil konventioneller Materialien.
Vakuumdämmung ist kein Ersatz für bewährte Standarddämmstoffe – sie ist ein Spezialwerkzeug für Projekte, bei denen konventionelle Materialien an physische Grenzen stoßen. Dort entfalten Vakuumisolationspaneele ihren vollen Wert: eine Dämmwirkung, die mit keinem anderen Baustoff erreichbar ist, bei einer Dicke, die anspruchsvolle Sanierungsprojekte an Gebäuden überhaupt erst realisierbar macht.
Für die Planung bedeutet das: Prüfen Sie zuerst, ob die konventionelle Lösung funktioniert. Wenn Aufbauhöhe, Denkmalschutz oder Grenzabstände dagegen sprechen, wird Vakuumdämmung zur technisch und wirtschaftlich besten Option. Die Mehrkosten beim Material relativieren sich durch eingesparte Anpassungsarbeiten und gewonnene Nutzfläche – vorausgesetzt, die Verlegeplanung sitzt.
Sie planen ein Projekt mit begrenzter Aufbauhöhe? MEUVO steht Ihnen für Beratung und Planung gerne zur Verfügung. Wir prüfen gemeinsam, ob Vakuumdämmung die richtige Lösung ist – mit Aufmaß, Verlegeplanung und U-Wert-Berechnung. Vereinbaren Sie einen Beratungstermin direkt über unser Kontaktformular.
Die wichtigsten Nachteile betreffen die Verarbeitung und den Preis: Vakuumdämmplatten können nicht auf der Baustelle zugeschnitten werden – alle Aussparungen müssen vorab geplant und werksseitig gefertigt werden. Nachträgliche Änderungen erfordern neue Paneele. Die Materialkosten liegen beim Vier- bis Sechsfachen konventioneller Dämmstoffe. Hinzu kommt die Empfindlichkeit gegenüber mechanischer Beschädigung, die beim Einbau besondere Sorgfalt erfordert. Bei allen Nachteilen gilt allerdings: In Projekten mit begrenzter Aufbauhöhe relativieren sich die Mehrkosten durch eingesparte Anpassungsarbeiten, und die Planungseinschränkungen sind handhabbar, wenn die Verlegeplanung vor Baubeginn sorgfältig erstellt wird.
Die reinen Materialpreise für Vakuumdämmplatten bewegen sich zwischen 80 und 160 Euro pro Quadratmeter, abhängig von Dicke, Kaschierung und Bestellmenge. Einschließlich Verlegeplanung, Ergänzungsdämmung an Restflächen und fachgerechtem Einbau liegen die Gesamtkosten typischerweise bei 120 bis 220 Euro pro Quadratmeter. Konventionelle Dämmstoffe kosten eingebaut 30 bis 60 Euro pro Quadratmeter – der Preisunterschied ist erheblich, relativiert sich aber durch eingesparte Folgearbeiten und den Wert gewonnener Nutzfläche. Über die BEG-Förderung lassen sich zudem bis zu 25 Prozent der förderfähigen Kosten zurückholen.
Vakuum ist die wirksamste bekannte thermische Isolierung. Ohne Gasmoleküle im Dämmstoff entfällt der wichtigste Wärmetransportweg – die Konvektion durch Gas und Luft. Vakuumisolationspaneele nutzen dieses Prinzip und erreichen Wärmeleitfähigkeiten von 0,004 bis 0,007 W/(m·K), rund zehnmal besser als Mineralwolle und fünfmal besser als PUR-Hartschaum. Die Dämmwirkung bleibt über die gesamte Lebensdauer von 50 und mehr Jahren stabil, solange die Hochbarrierefolie intakt bleibt.
Vakuumisolationspaneele mit bauaufsichtlicher Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik haben eine nachgewiesene Lebensdauer von über 50 Jahren. Die Langlebigkeit hängt von der Qualität der Hochbarrierefolie ab, die den Vakuumdruck im Inneren dauerhaft aufrechterhält. Beschleunigte Alterungstests der Hersteller simulieren die Beanspruchung über Jahrzehnte und bestätigen die Stabilität der Dämmwirkung. Bei fachgerechtem Einbau ohne mechanische Beschädigung ist VIP damit mindestens so langlebig wie das Gebäude selbst.
Jede wirksame Wärmedämmung verbessert das Raumklima, weil sie die Oberflächentemperatur der Innenwände anhebt. Bei ungedämmten Außenwänden liegt die Oberflächentemperatur im Winter oft bei nur 12 bis 14 °C – selbst wenn die Raumluft 20 °C erreicht. Bewohner empfinden das als Zugluft, obwohl technisch keine vorliegt. VIP heben die Wandtemperatur auf 18 bis 19 °C an und steigern so die Behaglichkeit im Raum. Gleichzeitig sinkt das Schimmelrisiko, weil die Reduzierung des Temperaturunterschieds zwischen Luft und Wand die Kondensatbildung verhindert. Die Verbesserung des Raumklimas ist neben der Energieeffizienz einer der wichtigsten Vorteile der Vakuumdämmung.