Die energetische Sanierung von Altbauten stellt Planer vor ein Dilemma. Einerseits fordern Energiestandards und Wirtschaftlichkeit eine wirksame Dämmung. Andererseits sind viele Altbauten denkmalgeschützt oder verfügen über erhaltungswürdige Fassaden, die eine Außendämmung ausschließen. Und selbst wo eine Innendämmung möglich wäre, scheitert sie oft am Raumverlust durch konventionelle Dämmstoffe.
Vakuumdämmplatten lösen diese Konflikte. Mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,004 bis 0,007 W/(mK) erreichen sie die zehnfache Dämmwirkung herkömmlicher Materialien. Das bedeutet konkret: 30 mm Vakuumdämmung ersetzen 240 mm Mineralwolle. Bei einer Wohnung mit 100 m² Außenwandfläche gewinnen Sie so über 20 m³ Wohnraum zurück, die bei konventioneller Dämmung verloren gingen.
Dieser Ratgeber erklärt, warum Vakuumdämmung für die Altbausanierung besonders geeignet ist, welche Anwendungsbereiche in Frage kommen und worauf Sie bei der Planung achten sollten. Außerdem geben wir einen Überblick zu den Kosten und Fördermöglichkeiten sowie Anforderungen hinsichtlich Denkmalschutz. Informieren Sie sich in unserem separaten Ratgeber, wenn Sie mehr über die Anwendungsbereiche von Vakuumdämmung erfahren möchten.
Ungedämmte Altbauten verlieren bis zu 35 Prozent der Heizenergie über die Außenwände. Die massiven Ziegelwände des 19. und frühen 20. Jahrhunderts sind zwar robust und langlebig, aber aus heutiger Sicht energetisch unzureichend. Eine 50 cm dicke Backsteinwand erreicht bestenfalls einen U-Wert von 1,2 bis 1,4 W/(m²K) – das Gebäudeenergiegesetz (GEG) fordert bei Sanierungen maximal 0,24 W/(m²K).
Die Gründe für eine nachträgliche Dämmung gehen über reine Energieeinsparung hinaus:
Energiekosten senken: Bei Heizkosten von 1.200 Euro pro Jahr lassen sich durch eine fachgerechte Wanddämmung 400 bis 600 Euro einsparen. Die Amortisationszeit liegt je nach Dämmvariante bei 12 bis 25 Jahren. Allerdings steigen die Energiepreise kontinuierlich, was die Wirtschaftlichkeit verbessert.
Wohnkomfort erhöhen: Ungedämmte Außenwände bleiben im Winter kalt. Die Oberflächentemperatur liegt oft bei nur 12 bis 14 Grad Celsius, auch wenn die Raumluft 20 Grad erreicht. Der Körper gibt dann verstärkt Strahlungswärme an die kalte Wand ab – die gefühlte Temperatur sinkt um 2 bis 3 Grad. Bewohner heizen entsprechend stärker, was den Energieverbrauch zusätzlich erhöht.
Schimmel vermeiden: An kalten Wandoberflächen kondensiert Luftfeuchtigkeit. Ab etwa 80 Prozent relativer Feuchte an der Oberfläche bildet sich Schimmel. Eine wirksame Dämmung hebt die Oberflächentemperatur über den kritischen Bereich und beseitigt damit die Ursache dauerhaft.
Bausubstanz erhalten: Feuchtigkeit in der Wandkonstruktion führt langfristig zu Frostschäden und beschleunigtem Verfall der Bausubstanz. Eine fachgerecht ausgeführte Innendämmung mit Dampfbremse schützt das historische Mauerwerk vor weiterer Schädigung.
Denkmalschutz respektieren: Viele Altbauten stehen unter Denkmalschutz oder prägen das Stadtbild. Die Fassade zu verändern ist hier nicht genehmigungsfähig. Die Innendämmung bleibt dann die einzige Möglichkeit, den Wärmeschutz zu verbessern.
Vakuumdämmplatten – technisch VIP, Vacuum Insulation Panel – reduzieren die meisten Probleme der Innendämmung auf ein Minimum. Der Grund liegt in der extremen Dämmleistung bei geringer Dicke.
Eine Vakuum Dämmelement besteht aus einem Kieselsäure Stützkern, der in eine gasdichte Mehrschichtfolie eingeschweißt und evakuiert wird. Das Prinzip entspricht dem einer Thermoskanne: Ohne Luft als Wärmeträger sinkt die Wärmeleitfähigkeit dramatisch.
Der Kernstoff – hochdisperse, pyrogene Kieselsäure – besitzt eine extrem feine Porenstruktur mit einem mittleren Porendurchmesser von etwa 150 Nanometern. Diese Feinporigkeit verhindert Konvektion. Das Vakuum eliminiert die Gasleitung. Übrig bleibt nur die Wärmeleitung durch den Feststoffanteil, die mit etwa 0,004 W/(mK) rund zehnmal geringer ist als bei herkömmlichen Dämmstoffen.
Die Umhüllung besteht aus mehreren Schichten: alubedampftes Polyester verhindert Gasdiffusion, PE-Schichten sorgen für Schweißbarkeit und mechanischen Schutz. Der Innendruck beträgt etwa 1 mbar gegenüber 1.000 mbar Umgebungsdruck. Bei diesem Unterdruck ist die freie Weglänge der Gasmoleküle größer als die Poren – Konvektion ist physikalisch unmöglich.
Die geringe Aufbauhöhe macht Vakuumdämmung zur perfekten Lösung für die Innendämmung von Altbauten:
Minimaler Raumverlust: Mit 20 bis 30 mm Vakuumdämmung erreichen Sie U-Werte von 0,20 bis 0,30 W/(m²K) – ausreichend für GEG-konforme Sanierung. Konventionelle Systeme benötigen dafür 120 bis 160 mm. Bei einer 70 m² Wohnung mit 35 m² Außenwandfläche beträgt der Raumverlust nur 0,7 bis 1,1 m² statt 4,2 bis 5,6 m².
Geringere Wärmebrücken: Je dicker die Dämmung, desto stärker wirken Wärmebrücken an Geschossdecken, Innenwänden und Fensterlaibungen. Die geringe Dicke der Vakuumdämmung reduziert diese Effekte deutlich.
Einfachere Anschlüsse: Türen, Fenster, Heizkörper und Elektroinstallationen bleiben nahezu unverändert. Die Fensterbank muss nicht verlängert werden, Türzargen nicht versetzt, Heizkörperanschlüsse nicht verlegt.
Weniger kritische Bauphysik: Obwohl auch Vakuumdämmung eine Dampfbremse erfordert, ist die Konstruktion aufgrund der geringen Dicke weniger anfällig für Planungs- und Ausführungsfehler.
Denkmalgerechte Lösung: Viele Denkmalschutzbehörden akzeptieren Innendämmung nur, wenn der Eingriff minimal bleibt. Die geringe Aufbauhöhe der Vakuumdämmung erhöht die Genehmigungschancen.
Die folgende Tabelle zeigt den Unterschied zu gängigen Innendämmsystemen:
Dämmstoff | Lambda W/(mK) | Dicke für U=0,24 W/(m²K) | Flächenverlust 70 m² Whg. | Kosten Material |
|---|---|---|---|---|
Vakuumdämmung | 0,004-0,007 | 25-35 mm | 0,9-1,2 m² | 120-150 €/m² |
Mineralwolle-System | 0,035-0,040 | 140-160 mm | 4,9-5,6 m² | 35-50 €/m² |
Holzfaser innen | 0,038-0,045 | 150-180 mm | 5,3-6,3 m² | 45-65 €/m² |
Kalziumsilikat | 0,045-0,065 | 180-260 mm | 6,3-9,1 m² | 70-95 €/m² |
Annahme: 35 m² Außenwandfläche bei 70 m² Wohnung
Der Materialpreis der Vakuumdämmung liegt deutlich höher, aber der Flächenverlust ist minimal. Bei Immobilienpreisen von 4.000 bis 6.000 Euro pro Quadratmeter in innerstädtischen Lagen relativiert sich der Preisunterschied erheblich.
Die Innendämmung unterscheidet sich grundlegend von der Außendämmung. Während die Außendämmung die Wand durchgehend schützt und Wärmebrücken vermeidet, greift die Innendämmung in die Bauphysik der bestehenden Konstruktion ein.
In vielen Fällen ist die Außendämmung technisch die bessere Lösung. Sie umhüllt die gesamte thermische Masse der Außenwand und vermeidet innenliegende Wärmebrücken. Dennoch gibt es gewichtige Gründe gegen eine Außendämmung:
Denkmalschutz: Historische Fassaden mit Stuck, Klinkerbändern oder besonderen Materialien dürfen nicht verändert werden. Die zuständige Denkmalschutzbehörde lehnt Außendämmungen meist ab.
Grenzständige Bebauung: In dicht bebauten Innenstädten fehlt häufig der Abstand zur Grundstücksgrenze. Eine Außendämmung würde auf Nachbargrund ragen – baurechtlich unzulässig.
Fassadengliederung: Viele Gründerzeitfassaden besitzen aufwendige Strukturen mit Erkern, Balkonen, Gesimsen und Fensterfaschen. Eine Außendämmung würde diese Gliederung nivellieren und das architektonische Konzept zerstören.
Eigentumsverhältnisse: In Mehrfamilienhäusern mit Wohnungseigentum erfordert eine Außendämmung einen Mehrheitsbeschluss aller Eigentümer. Einzelne Eigentümer können nur die Innendämmung ihrer Wohnung selbst veranlassen.
Die Innendämmung verschiebt den Taupunkt in die Konstruktion. Die Außenwand bleibt kalt und feucht, während die Innenseite warm und trocken ist. Das birgt Risiken:
Tauwasseranfall: Wasserdampf diffundiert durch die Innendämmung zur kalten Außenwand. Dort kondensiert er, wenn die Temperatur unter den Taupunkt fällt. Die Konstruktion durchfeuchtet – Schimmelbildung und Frostschäden drohen.
Wärmebrücken kritischer: Bei Außendämmung sind Wärmebrücken unkritisch, weil die gesamte Konstruktion warm ist. Bei Innendämmung bleiben Geschossdeckenanschlüsse, Fensterlaibungen und Innenwände kalt – hier kann sich Tauwasser bilden.
Raumverlust: Konventionelle Innendämmung mit Mineralwolle oder Holzfaser erfordert 100 bis 160 mm Dicke, um die GEG-Anforderungen zu erfüllen. Bei einer 80 m² Wohnung mit 40 m² Außenwandfläche verlieren Sie so 4 bis 6,5 m² Wohnfläche.
Befestigungsprobleme: Schwere Hängeschränke, Regale oder Heizkörper lassen sich nicht einfach in der Innendämmung befestigen. Entweder müssen Befestigungspunkte ausgespart werden – was Wärmebrücken schafft – oder es sind spezielle Dübelsysteme erforderlich.
Fensterlaibungen: Die Innendämmung endet typischerweise vor der Fensterlaibung. Hier entsteht eine kritische Wärmebrücke, die mit aufwendigen Laibungsdämmungen entschärft werden muss.
Vakuumdämmung eignet sich für mehrere Bereiche der Altbausanierung. Die Priorität richtet sich nach dem energetischen Einsparpotenzial und der baulichen Machbarkeit.
Die Innendämmung der Außenwände ist der häufigste Anwendungsfall. Hier gelten besondere Anforderungen:
Untergrundvorbereitung: Der Putz muss tragfähig und eben sein. Lose Stellen sind zu entfernen, Unebenheiten auszugleichen. Bei feuchten Wänden muss zunächst die Ursache beseitigt werden – etwa durch Horizontalsperren gegen aufsteigende Feuchtigkeit.
Dampfbremse erforderlich: Zwischen Raumluft und Vakuumdämmung ist eine diffusionsdichte Dampfbremse anzuordnen. Sie verhindert, dass Wasserdampf zur kalten Außenwand gelangt und dort kondensiert. Die Dampfbremse muss luftdicht verklebt sein – Durchdringungen für Elektroinstallationen sind zu verkleben.
Typischer Schichtaufbau:
Bestehende Außenwand (Ziegel, Bruchstein, Kalksandstein)
Ausgleichsputz 5-10 mm (falls erforderlich)
Dampfbremse (sd-Wert > 100 m)
Vakuum Dämmelement 20-30 mm
Installationsebene oder direkter Putzträger
Gipskartonplatte oder Putz
Oberflächenbeschichtung
Gesamtaufbau: 30-45 mm statt 140-180 mm mit Mineralwolle-System.
Die Kellerdeckendämmung von unten ist besonders wirtschaftlich, weil sie ohne Eingriff in die Wohnungen auskommt. Gerade in Altbauten mit vermieteten Wohnungen ist das ein entscheidender Vorteil.
Herausforderung Raumhöhe: Viele Altbau-Keller haben niedrige Deckenhöhen von 2,00 bis 2,30 m. Eine konventionelle Kellerdeckendämmung mit 120 mm Mineralwolle plus 30 mm Unterkonstruktion reduziert die lichte Höhe auf unter 2,00 m – der Keller wird praktisch unbenutzbar.
Vakuumlösung: Mit 20 mm Vakuumdämmung plus 10 mm Putzträger oder Direktverklebung erreichen Sie denselben U-Wert bei nur 30 mm Aufbau. Die Kellerhöhe bleibt nutzbar.
Typisches Produkt: Vacupor XPS-B2-S mit dünnem Putzträger ermöglicht direktes Verkleben und Verputzen ohne zusätzliche Unterkonstruktion.
U-Wert-Verbesserung: Eine ungedämmte Betondecke hat etwa 2,0 W/(m²K). Mit 20 mm Vakuumdämmung (λ = 0,007 W/mK) erreichen Sie 0,30 W/(m²K) – ausreichend für GEG-Anforderungen.
Die oberste Geschossdecke ist oft ungedämmt und lässt sich mit geringem Aufwand sanieren. Hier ist die Aufbauhöhe meist unkritisch, weshalb Vakuumdämmung nicht zwingend erforderlich ist – aber bei begehbaren Dachböden mit begrenzter Höhe bietet sie Vorteile.
Begehbarer Dachboden: Wenn der Dachboden als Lager oder Trockenraum genutzt wird, darf der Bodenaufbau nicht zu hoch werden. Mit 30 mm Vakuumdämmung unter Spanplatten oder Trockenestrich erreichen Sie GEG-konforme U-Werte ohne signifikanten Höhenverlust.
Vergleich: 30 mm Vakuumdämmung entsprechen 240 mm Mineralwolle. Bei engen Dachzugängen oder niedrigen Kniestöcken ist das entscheidend.
Die Dämmung von Dachschrägen im Altbau ist komplexer, weil die Sparrentiefe oft nur 120 bis 160 mm beträgt. Eine Aufdoppelung ist möglich, bedeutet aber zusätzlichen Aufwand und Raumverlust.
Zwischensparrendämmung plus Innendämmung: Eine Kombination aus Mineralwolle zwischen den Sparren und Vakuumdämmung innen erreicht hohe U-Werte ohne Dachaufbau. Beispiel: 140 mm Mineralwolle (λ = 0,035) plus 20 mm Vakuumdämmung (λ = 0,007) ergibt U = 0,17 W/(m²K) – Passivhaus-Niveau.
Raumgewinn: Gegenüber einer reinen Mineralwoll-Lösung mit 280 mm Dicke gewinnen Sie 120 mm Raumhöhe. Bei einem 40 m² Dachgeschoss entspricht das 4,8 m³ zusätzlichem Volumen.Fachwerk-Altbauten: Besondere Anforderungen an die Innendämmung
Fachwerkbauten stellen die höchsten Anforderungen an die Innendämmung. Die sichtbare Holzkonstruktion, die Gefachausfachung zwischen den Balken und die oft unregelmäßige Wandstärke erfordern angepasste Lösungen, die weit über Standard-Innendämmsysteme hinausgehen.
Holzbalken-Durchdringungen: Die tragenden Holzbalken durchdringen die Dämmebene und bilden massive Wärmebrücken. An diesen Stellen ist besondere Sorgfalt erforderlich, um Tauwasserbildung zu vermeiden. Das Holz darf weder zu kalt werden noch zu feucht – beides würde seine Tragfähigkeit gefährden.
Gefachausfachung: Die Ausfüllung zwischen den Balken ist historisch sehr unterschiedlich ausgeführt. Lehmstakung auf Weidengeflecht, Ziegelmauerwerk in verschiedenen Formaten oder sogar lose Schüttungen wechseln sich oft ab. Diese Ausfachungen haben unterschiedliche Dicken und Materialeigenschaften. Die Innendämmung muss diese Unebenheiten ausgleichen, ohne die historische Substanz zu gefährden.
Feuchtemanagement: Fachwerk ist diffusionsoffen konstruiert. Die ursprüngliche Bauweise erlaubte das Abtrocknen von Feuchtigkeit nach außen und innen. Eine falsche Innendämmung kann diese Feuchteabfuhr blockieren und zu Holzfäule führen. Die bauphysikalische Planung ist hier zwingend erforderlich – pauschale Lösungen scheiden aus.
Denkmalschutz: Bei historischen Fachwerkhäusern ist die Sichtbarkeit der Holzbalken oft geschützt. Die Innendämmung darf die Balken nicht verdecken, muss aber dennoch eine wirksame Dämmung der Gefachausfachung ermöglichen. Dieser Zielkonflikt lässt sich nur mit sehr dünnen, hochleistungsfähigen Dämmsystemen auflösen.
Vakuumdämmung bietet für Fachwerk zwei entscheidende Vorteile, die konventionelle Systeme nicht erreichen:
Minimale Dicke für maximale Flexibilität: Mit 20 bis 30 mm VIP bleibt die Innendämmung so dünn, dass Fensterlaibungen, Türen und Raumproportionen kaum beeinträchtigt werden. Bei tiefen Fensterlaibungen – in Fachwerkbauten typisch 30 bis 50 cm – ist das entscheidend. Würden Sie hier konventionell mit 120 mm dämmen, müssten Sie Fensterbänke massiv verlängern und die gesamte Laibungsgeometrie neu ausbilden.
Präzise Anpassung an unregelmäßige Geometrien: VIP-Platten werden werksseitig maßgefertigt. Für Fachwerkbauten bedeutet das konkret: Jede Gefachausfachung wird einzeln vermessen. Die VIP-Platten werden passgenau gefertigt. Holzbalken werden ausgespart. Das Ergebnis ist eine maßgeschneiderte Dämmebene, die sich präzise an die vorhandene Geometrie anpasst.
Der typische Aufbau einer VIP-Innendämmung im Fachwerk unterscheidet sich von der Standardlösung für glatte Wände:
Bestandswand – Gefachausfachung aus Ziegel oder Lehm
Ausgleichsputz 5 bis 15 mm bei unebenen Flächen
Dampfbremse mit sd-Wert über 100 m
Vakuumisolationspaneele 20 bis 30 mm, ausgespart um Holzbalken
Lattung für Installationsebene, optional
Gipskartonplatten oder Lehmputz
Oberflächengestaltung
Besonderheit: Die Holzbalken bleiben sichtbar oder werden mit dünner Verkleidung versehen. An diesen Stellen wird konventionelle Dämmung eingesetzt – etwa PUR-Schaum oder Hanf – um Wärmebrücken zu minimieren. Die Dämmung der Balken selbst ist weniger kritisch als die der Gefache, weil Holz bereits eine gewisse Dämmwirkung besitzt.
Bei denkmalgeschützten Fachwerkhäusern ist die Genehmigung der Denkmalschutzbehörde erforderlich. Die Genehmigungschancen für VIP-Innendämmung liegen bei etwa 70 bis 80 Prozent – deutlich höher als für konventionelle Systeme. Folgende Punkte erhöhen die Erfolgswahrscheinlichkeit:
Argumentation für Genehmigung:
Innendämmung ist reversibel – die Fassade bleibt unverändert
Minimale Raumverluste durch VIP-Dicke von nur 20 bis 30 mm
Erhalt der Bausubstanz durch verbesserten Wärmeschutz
Holzbalken bleiben sichtbar, keine Verdeckung der historischen Struktur
Erforderliche Unterlagen:
Bestandsaufnahme mit Fotos und Grundrissen
Bauphysikalische Berechnung inklusive Feuchteschutznachweis
Detailzeichnungen der Anschlüsse und Holzbalken-Ausführung
Nachweis der Reversibilität
Referenzen vergleichbarer Projekte
Die Kosten liegen bei Fachwerk etwa 20 bis 30 Prozent höher als bei glatten Wänden. Das hat drei Gründe: Das Aufmaß ist aufwendiger, weil jede Gefachausfachung einzeln vermessen werden muss. Es sind mehr Sonderformate erforderlich wegen der Ausschnitte für Holzbalken. Und der Verarbeitungsaufwand liegt höher, weil die Montage präziser erfolgen muss.
Beispielkalkulation für 100 m² Innenwandfläche, Fachwerk:
VIP-Material inklusive Sonderformate: 12.000 bis 14.000 Euro
Aufmaß und Planung: 1.200 bis 1.800 Euro
Verarbeitung: 5.000 bis 7.000 Euro
Gesamt: 18.200 bis 22.800 Euro, entspricht 182 bis 228 Euro pro Quadratmeter
Mit Förderung von 20 bis 25 Prozent durch BAFA oder KfW liegt die Netto-Investition bei 13.650 bis 18.240 Euro. Das ist deutlich mehr als bei konventioneller Innendämmung, aber bei Fachwerkbauten oft die einzige technisch und denkmalpflegerisch genehmigungsfähige Lösung.
Die fachgerechte Montage von Vakuumdämmplatten erfordert Sorgfalt und geschultes Personal. Anders als flexible Dämmstoffe verzeihen Vakuumpaneele keine Fehler – eine Beschädigung der Umhüllung zerstört das Vakuum unwiderruflich.
Der Untergrund muss tragfähig, trocken und eben sein. Lose Putzstellen sind zu entfernen, Unebenheiten über 5 mm auszugleichen. Bei feuchten Wänden ist zunächst die Ursache zu beseitigen – aufsteigende Feuchtigkeit durch Horizontalsperren, eingedrungenes Regenwasser durch Abdichtung.
Prüfung auf Feuchtigkeit: Die Ausgleichsfeuchte der Wand sollte unter 4 Prozent liegen. Höhere Werte erfordern eine bauphysikalische Beurteilung, ob Innendämmung möglich ist.
Ebenheitsprüfung: Mit einer 2 m langen Richtlatte die Ebenheit prüfen. Abweichungen über 5 mm müssen ausgeglichen werden, weil sonst die Vakuumdämmplatten nicht vollflächig anliegen.
Vor der Vakuumdämmung ist eine diffusionsdichte Dampfbremse anzuordnen. Sie verhindert, dass Wasserdampf aus der Raumluft zur kalten Außenwand gelangt und dort kondensiert.
Anforderungen: Der sd-Wert der Dampfbremse sollte mindestens 100 m betragen. Gängig sind PE-Folien mit sd = 100 m oder spezielle Dampfbremsfolien. Die Folie muss luftdicht verklebt sein – Überlappungen mit mindestens 10 cm Überdeckung verkleben, Anschlüsse an Boden, Decke und angrenzende Wände mit Dichtband oder Kleber luft- und dampfdicht ausführen.
Durchdringungen: Elektrodosen, Rohrdurchführungen und Befestigungspunkte sind kritische Stellen. Hier kommen spezielle Manschetten oder Dichtsysteme zum Einsatz. Alternativ kann die Elektroinstallation vor der Dampfbremse in einer separaten Installationsebene geführt werden.
Kontrolle: Nach dem Verkleben mit Blower-Door-Test die Luftdichtheit prüfen. Leckagen sofort beheben.
Die Vakuumdämmplatten werden mit speziellem Kleber vollflächig auf der Dampfbremse verklebt. Punktuelles Verkleben ist nicht zulässig, weil sich sonst Hohlräume bilden, die als Luftpolster die Dämmwirkung reduzieren.
Kleber: Verwenden Sie ausschließlich vom Hersteller freigegebene Klebstoffe. Lösemittelhaltige Kleber können die Folienumhüllung beschädigen. Gängig sind PU-Kleber oder Dispersionskleber.
Verlegung: Die Platten werden im Verband verlegt, sodass Kreuzfugen vermieden werden. An Ecken und Kanten sind die Platten so zuzuschneiden, dass möglichst wenig Verschnitt entsteht. Beim Zuschnitt ist höchste Vorsicht geboten – die Umhüllung darf nicht beschädigt werden.
Fugen: Zwischen den Platten entstehen Fugen von 2-3 mm. Diese werden mit Schaumstoffstreifen oder flexiblem Dämmstoff ausgefüllt. Die Fugen sind die Schwachstelle der Konstruktion – hier ist der Wärmedurchgang höher. Deshalb sollte der Fugenanteil unter 5 Prozent bleiben.
Auf die Vakuumdämmplatten wird eine Installationsebene oder direkt eine Beplankung aufgebracht.
Variante 1: Direkte Beplankung: Gipskartonplatten werden mit speziellen Dübeln durch die Vakuumdämmung hindurch in der tragenden Wand befestigt. Die Dübel haben eine Tellerform, die die Kraft verteilt und die Folie nicht durchsticht.
Variante 2: Installationsebene: Eine Holzlattung wird vor der Vakuumdämmung angebracht und dient als Befestigung für die Beplankung und als Raum für Elektroinstallationen. Nachteil: Zusätzlicher Aufwand und Raumverlust.
Variante 3: Putzsystem: Auf die Vakuumdämmplatten wird ein Armierungsgewebe aufgebracht und verputzt. Spezielle Armierungsmörtel haften auf der Folienoberfläche. Das Ergebnis ist eine glatte, verputzte Oberfläche ohne sichtbare Beplankung.
Die Kosten der Vakuumdämmung liegen deutlich über denen konventioneller Systeme. Die Wirtschaftlichkeit ergibt sich aus dem vermiedenen Raumverlust und der hohen Energieeinsparung.
Die Preise für Vakuum Isolationspaneele variieren je nach Dicke, Kaschierung und Abnahmemenge:
Vacupor NT-B2-S (Basispaneel): 110-130 Euro/m² bei 20 mm Dicke, 140-160 Euro/m² bei 30 mm.
Vacupor RP2-B2-S (mit Druckverteilung): 120-145 Euro/m² bei 20 mm, 150-175 Euro/m² bei 30 mm.
Zum Vergleich: Mineralwolle-Innendämmsystem kostet 35-50 Euro/m², Kalziumsilikat 70-95 Euro/m².
Der Preisunterschied ist erheblich, relativiert sich aber bei hohen Immobilienpreisen. In München oder Hamburg kostet ein Quadratmeter Wohnfläche 6.000 bis 8.000 Euro. Wenn Sie durch die geringere Dicke der Vakuumdämmung 4 m² Wohnfläche zurückgewinnen, entspricht das einem Wert von 24.000 bis 32.000 Euro.
Die Verarbeitung von Vakuum Isolations Paneelen ist aufwendiger als bei konventionellen Dämmstoffen. Geschultes Personal ist erforderlich, die Montagezeit liegt höher.
Handwerkerkosten: Rechnen Sie mit 60-85 Euro/m² für Material und Montage der Vakuumdämmung plus Dampfbremse. Hinzu kommen Kosten für Untergrundvorbereitung (10-20 Euro/m²), Beplankung (25-40 Euro/m²) und Oberflächenbeschichtung (15-30 Euro/m²).
Gesamtkosten: Für eine komplette Innendämmung mit Vakuumisolationspaneelen sind 150-220 Euro/m² zu kalkulieren.
Zum Vergleich: Konventionelle Innendämmung kostet 80-130 Euro/m².
Die Amortisationsrechnung hängt stark von den örtlichen Gegebenheiten ab:
Beispiel: 70 m² Altbauwohnung, 35 m² Außenwandfläche
Bestehender U-Wert: 1,3 W/(m²K)
Nach Dämmung: 0,24 W/(m²K)
Einsparung: ~1.050 W/(m²K) × 35 m² = 36,75 kW/K
Heizgradtage: 3.500 Kd/Jahr (Süddeutschland)
Energieeinsparung: 36,75 kW/K × 3.500 Kd = 128.625 kWh/Jahr
Bei Gasheizung (0,08 €/kWh): 10.290 kWh × 0,08 € = ~820 Euro/Jahr
Investition: 35 m² × 180 Euro/m² = 6.300 Euro
Amortisation: 6.300 Euro / 820 Euro = 7,7 Jahre
Hinweis: Diese Rechnung berücksichtigt nicht den Wert des gewonnenen Nutzfläche. In Städten mit hohen Immobilienpreisen verbessert sich die Wirtschaftlichkeit erheblich.
Objekt: Mehrfamilienhaus, Baujahr 1898, denkmalgeschützt
Maßnahme: Innendämmung 8 Wohnungen, insgesamt 420 m² Außenwandfläche
Zeitraum: Planung 2023, Ausführung 2024
Die Herausforderungen waren typisch für Gründerzeitbauten. Der U-Wert der Außenwand lag bei 1,35 W/(m²K) – das 60 cm starke Vollziegelmauerwerk war vollständig ungedämmt. Der Energieverbrauch erreichte 185 kWh pro Quadratmeter und Jahr bei Gasheizung. Die Bewohner klagten über kalte Außenwände, Schimmelbildung in Raumecken und hohe Heizkosten.
Die Stuckfassade stand unter Denkmalschutz. Eine Außendämmung war kategorisch ausgeschlossen. Die Innendämmung musste den Raumverlust minimieren, weil die Wohnungen mit durchschnittlich 62 m² bereits klein waren.
Das gewählte System war Vacupor NT-B2-S in 30 mm Dicke. Die Entscheidung fiel nach Abwägung mehrerer Varianten. Eine konventionelle Innendämmung mit 160 mm Mineralwolle hätte 67 m² Wohnfläche gekostet – das wäre eine komplette Wohnung gewesen. Mit Vakuumdämmung betrug der Verlust nur 16,8 m³, entsprechend 6,7 m² Wohnfläche bei 2,50 m Raumhöhe. Das sind 1,6 Prozent der Gesamtfläche.
Der U-Wert der Außenwand sank nach der Sanierung auf 0,24 W/(m²K). Die Konstruktion bestand aus 30 mm Vakuumdämmung plus 10 mm Putzträger, insgesamt 40 mm Aufbau. Die Fensterlaibungen wurden mit dünnen VIP-Streifen gedämmt, Geschossdeckenanschlüsse mit 15 mm VIP thermisch getrennt.
Die Messungen nach der Heizperiode 2024/2025 bestätigten die Prognose. Der Energieverbrauch sank auf 98 kWh pro Quadratmeter und Jahr – eine Einsparung von 87 kWh oder 47 Prozent. Die Heizkosten für das gesamte Haus fielen von 22.000 Euro auf 11.700 Euro jährlich. Die Einsparung beträgt 10.300 Euro pro Jahr.
Die Investition lag bei 85.000 Euro, entsprechend 202 Euro pro Quadratmeter Dämmfläche. Das BAFA gewährte eine Förderung von 20 Prozent, also 17.000 Euro. Die Netto-Investition betrug 68.000 Euro. Bei einer jährlichen Einsparung von 10.300 Euro amortisiert sich die Maßnahme nach 6,6 Jahren – ohne Berücksichtigung der gewonnenen Wohnfläche.
Der Antrag wurde im März 2023 gestellt, die Genehmigung kam im Juli 2023. Die Bearbeitungszeit von vier Monaten lag im üblichen Rahmen. Auflagen gab es keine – das bauphysikalische Gutachten überzeugte die Behörde.
Die entscheidenden Argumente waren der minimale Raumverlust von nur 1,6 Prozent Wohnfläche, die vollständig erhaltene Fassade, die Reversibilität der Maßnahme und die Tatsache, dass der verbesserte Wärmeschutz die historische Bausubstanz langfristig erhält.
"Die Innendämmung mit Vakuumdämmung war die einzige Möglichkeit, unser denkmalgeschütztes Haus energetisch zu sanieren. Der geringe Raumverlust war entscheidend – mit konventioneller Dämmung hätten wir erheblich Wohnfläche verloren. Die Heizkosten sind um fast die Hälfte gesunken, und die Mieter sind begeistert vom verbesserten Wohnkomfort."
Projektdaten:
Bauherr: Wohnungsbaugenossenschaft München eG
Planung: MEUVO Ökotechnik GmbH mit Architekturbüro Altbau München
Ausführung: Fachbetrieb für VIP-Verarbeitung, geschult durch MEUVO
Gesamtbauzeit: 8 Wochen, schrittweise pro Wohnung bei laufendem Mietbetrieb
Die Innendämmung mit Vakuumdämmplatten erfordert sorgfältige Planung. Bauphysik, Denkmalschutz und Ausführungsqualität müssen zusammenpassen.
Vor jeder Innendämmung ist eine hygrothermische Simulation nach DIN 4108-3 und DIN EN 15026 durchzuführen. Sie prüft, ob Tauwasser in der Konstruktion anfällt und ob es in der Trocknungsperiode wieder abtrocknet.
Kritische Parameter:
Diffusionswiderstand der Dampfbremse (sd-Wert)
Feuchteleitfähigkeit des Bestandsmauerwerks
Klimarandbedingungen (Innen-/Außenklima)
Schlagregenbelastung der Fassade
Software: Programme wie WUFI Pro oder Delphin simulieren den Feuchteverlauf über mehrere Jahre. Zeigt die Simulation dauerhaft ansteigendes Tauwasser, ist die Konstruktion nicht genehmigungsfähig.
Empfehlung: Beauftragen Sie einen Sachverständigen für Bauphysik mit der Simulation. Die Kosten von 500 bis 1.200 Euro sind gut investiert – sie vermeiden teure Bauschäden.
Wärmebrücken sind bei Innendämmung kritischer als bei Außendämmung, weil sie innenseitig liegen und kondensationsgefährdet sind.
Typische Wärmebrücken:
Geschossdeckenanschlüsse: Die Decke ragt in die gedämmte Außenwand und leitet Wärme nach außen.
Innenwandanschlüsse: Auch Innenwände sind Wärmebrücken, wenn sie in die Außenwand münden.
Fensterlaibungen: Die Innendämmung endet vor der Laibung – hier entsteht eine kritische Stelle.
Rollladenkästen: Ungedämmte Kästen sind massive Wärmebrücken.
Lösungen:
Geschossdecken mit dünner Vakuumdämmung (10-20 mm) an der Deckenunterseite ertüchtigen.
Fensterlaibungen mit schmalen Vakuumdämmstreifen dämmen oder mineralischen Dämmputz verwenden.
Rollladenkästen von innen dämmen oder gegen moderne, gedämmte Systeme tauschen.
Berechnung: Der lineare Wärmedurchgangskoeffizient (Psi-Wert) sollte unter 0,10 W/(mK) liegen. Höhere Werte erfordern zusätzliche Maßnahmen.
Die Genehmigung der Innendämmung bei denkmalgeschützten Gebäuden folgt einem strukturierten Prozess. Mit der richtigen Vorbereitung liegt die Erfolgsquote bei etwa 70 bis 80 Prozent.
Das Vorgespräch klärt die grundsätzliche Genehmigungsfähigkeit. Bereiten Sie folgende Unterlagen vor: Fotos der Fassade von außen und innen, Grundrisse des Gebäudes und eine knappe Beschreibung der geplanten Maßnahme auf ein bis zwei Seiten.
Fragen Sie die Behörde konkret: Ist Innendämmung grundsätzlich genehmigungsfähig? Welche Unterlagen werden für den formalen Antrag benötigt? Gibt es besondere Auflagen, etwa zusätzliche Gutachten?
Tipp: Betonen Sie, dass die Fassade unverändert bleibt und die Maßnahme reversibel ist. Diese beiden Argumente erhöhen die Genehmigungschancen erheblich.
Ein Feuchteschutznachweis nach DIN 4108-3 ist erforderlich. Das Gutachten muss ein Sachverständiger für Bauphysik erstellen. Die Kosten liegen bei 800 bis 1.500 Euro.
Das Gutachten enthält eine hygrothermische Simulation mit Software wie WUFI. Es weist nach, dass kein dauerhaftes Tauwasser anfällt. Es bewertet die Wärmebrücken. Und es empfiehlt den sd-Wert der Dampfbremse.
Wichtig: Das Gutachten muss nachweisen, dass die historische Bausubstanz durch die Innendämmung nicht geschädigt wird. Ohne diesen Nachweis lehnen Denkmalschutzbehörden den Antrag meist ab.
Die Behörde benötigt Schnittzeichnungen der Wandaufbauten im Maßstab 1:10 oder 1:5. Dazu Anschlussdetails an Fenstern, Türen und Decken. Einen Verlegeplan der VIP-Platten. Optional, aber hilfreich: Eine 3D-Visualisierung der Raumwirkung nach der Dämmung.
MEUVO erstellt diese Unterlagen im Rahmen der Projektbegleitung kostenfrei. Die technischen Unterlagen bilden die Grundlage für die Detailplanung.
Reichen Sie folgende Unterlagen ein: Das ausgefüllte Antragsformular der jeweiligen Behörde. Die Bestandsaufnahme mit Fotos und Grundrissen. Eine Beschreibung der Maßnahme auf zwei bis drei Seiten. Das bauphysikalische Gutachten. Die Detailzeichnungen mit Schnitten und Anschlüssen. Den Nachweis der Reversibilität. Gegebenenfalls Referenzprojekte vergleichbarer Bauvorhaben.
Die Antragstellung erfolgt durch den Bauherrn, den Architekten oder einen Bevollmächtigten.
Die Bearbeitungszeit liegt bei 6 bis 12 Wochen, abhängig von Behörde und Auslastung. Mögliche Nachfragen betreffen zusätzliche Detailzeichnungen, Ergänzungen des bauphysikalischen Gutachtens oder eine Stellungnahme des beauftragten Architekten.
Tipp: Reagieren Sie schnell auf Nachfragen. Jede Verzögerung verlängert den Gesamtprozess um Wochen.
Drei Ergebnisse sind möglich. Am häufigsten bei VIP: Die Genehmigung wird erteilt. Weniger häufig: Die Genehmigung erfolgt mit Auflagen, etwa dass bestimmte Materialien vorgeschrieben werden. Selten bei VIP-Innendämmung: Die Ablehnung.
Bei Auflagen: Prüfen Sie, ob diese technisch und wirtschaftlich umsetzbar sind. MEUVO unterstützt bei der Bewertung.
Bei Ablehnung: Ein Widerspruch ist möglich, die Frist beträgt meist vier Wochen. Alternativ können Sie das Konzept modifizieren und einen erneuten Antrag stellen.
Phase | Dauer | Kosten |
|---|---|---|
Vorgespräch | 1-2 Wochen | 0 Euro |
Bauphysikalisches Gutachten | 3-4 Wochen | 800-1.500 Euro |
Detailplanung | 2-3 Wochen | 0 Euro (MEUVO Service) |
Antragsstellung | 1 Woche | 0-200 Euro (Antragsgebühr) |
Behörden-Bearbeitung | 6-12 Wochen | 0 Euro |
Gesamt | 4-6 Monate | 800-1.700 Euro |
Erfolgsquote: Bei korrekter Vorbereitung und bauphysikalisch abgesichertem Konzept liegt die Genehmigungsquote für VIP-Innendämmung bei 70 bis 80 Prozent.
Vakuum Isolations Paneele erfordern geschultes Personal. Beauftragen Sie Handwerksbetriebe, die nachweislich Erfahrung mit VIP-Systemen haben.
Zertifizierung: Einige Hersteller bieten Schulungen und Zertifizierungen an. Fragen Sie beim Handwerker nach entsprechenden Nachweisen.
Baubegleitung: Bei komplexen Objekten empfiehlt sich eine bauphysikalische Baubegleitung. Der Fachplaner prüft die Ausführung an kritischen Stellen und stellt sicher, dass die Planung korrekt umgesetzt wird.
Qualitätssicherung: Eine Thermografie nach Fertigstellung deckt Wärmebrücken und Ausführungsfehler auf, solange noch Nachbesserungen möglich sind.
Die KfW-Bank und das BAFA fördern energetische Sanierungen. Die Programme ändern sich regelmäßig – eine aktuelle Prüfung vor Auftragsvergabe ist unerlässlich. Die folgenden Angaben entsprechen dem Stand 2025.
Das KfW-Kreditprogramm bietet günstige Finanzierung mit Tilgungszuschuss. Der Kreditbetrag erreicht bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit. Der Tilgungszuschuss liegt zwischen 20 und 45 Prozent, abhängig von der erreichten Effizienzhaus-Stufe. Der Zinssatz beträgt derzeit etwa 0,70 Prozent effektiv pro Jahr. Die Laufzeit kann bis zu 30 Jahre betragen.
Für Altbau-Sanierung relevant:
Einzelmaßnahme – nur Innendämmung: 20 Prozent Tilgungszuschuss
Effizienzhaus Denkmal: 25 Prozent Tilgungszuschuss
Effizienzhaus 85: 30 Prozent Tilgungszuschuss
Beispiel: Innendämmung 100 m² kostet 20.000 Euro Investition. Sie nehmen einen KfW-Kredit über 20.000 Euro auf. Der Tilgungszuschuss von 20 Prozent beträgt 4.000 Euro. Sie müssen also nur 16.000 Euro zurückzahlen.
Das BAFA-Programm gewährt einen direkten Zuschuss ohne Kreditverpflichtung. Der Grundzuschuss liegt bei 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan erhalten Sie einen Bonus von 5 Prozent, zusammen also 20 Prozent Gesamtförderung. Maximal förderfähig sind 60.000 Euro pro Wohneinheit.
Voraussetzungen für Innendämmung:
U-Wert nach Sanierung maximal 0,20 W/(m²K)
Ausführung durch Fachunternehmen
Energieberater-Bestätigung bei iSFP-Bonus verpflichtend
Beispiel: Innendämmung 100 m² kostet 20.000 Euro. Der BAFA-Zuschuss von 15 Prozent beträgt 3.000 Euro. Mit iSFP-Bonus von 20 Prozent erhalten Sie 4.000 Euro. Ihre Netto-Investition beträgt 16.000 Euro.
Selbstnutzer können alternativ zu KfW und BAFA die steuerliche Abschreibung nutzen. Sie können 20 Prozent der Investitionskosten über drei Jahre absetzen. Im ersten und zweiten Jahr je 7 Prozent, maximal 14.000 Euro pro Jahr. Im dritten Jahr 6 Prozent, maximal 12.000 Euro. Der Maximalbetrag liegt bei 40.000 Euro Investition, was 8.000 Euro Steuerersparnis entspricht.
Wichtig: Sie können entweder KfW oder BAFA ODER die steuerliche Absetzung nutzen – eine Kombination ist nicht möglich. Rechnen Sie beide Varianten durch und wählen Sie die günstigere.
Bayern: 10%-Programm (BayernLabo)
Eine Ergänzung zur Bundesförderung ist möglich. Der Zuschuss beträgt 10 Prozent der Investition. Das Programm ist kombinierbar mit KfW oder BAFA.
Beispiel: 20.000 Euro Investition plus 20 Prozent BAFA (4.000 Euro) plus 10 Prozent Bayern (2.000 Euro) ergibt 6.000 Euro Gesamtförderung.
Sachsen: SAB-Förderung für Denkmalschutz
Das Spezialprogramm richtet sich an denkmalgeschützte Gebäude. Der Zuschuss erreicht bis zu 30 Prozent bei besonders erhaltenswürdiger Bausubstanz. Der Antrag muss vor Maßnahmenbeginn bei der SAB gestellt werden.
Berlin: IBB Wohnraum-Modernisierung
Das Programm bietet Kredit oder Zuschuss für energetische Modernisierung. Der Zuschuss erreicht bis zu 25 Prozent bei Mietwohnungen. Die Förderung ist kombinierbar mit der Bundesförderung.
Zeitlicher Ablauf:
VOR Auftragsvergabe: Förderantrag stellen – dieser Schritt ist zwingend
Nach Antragstellung: Warten auf Förderzusage, Bearbeitungsdauer 2 bis 6 Wochen
Mit Förderzusage: Auftrag vergeben, Maßnahme durchführen
Nach Fertigstellung: Verwendungsnachweis einreichen
Auszahlung: Förderung wird ausgezahlt
Häufiger Fehler: Wer den Auftrag vor dem Antrag vergibt, verliert die Förderung komplett. Die zeitliche Reihenfolge ist strikt einzuhalten.
Energieberater erforderlich:
Für KfW-Förderung verpflichtend
Für BAFA mit iSFP-Bonus verpflichtend
Für BAFA-Standardförderung (15 Prozent) optional, aber empfohlen
Energieberater-Kosten: 800 bis 1.500 Euro, werden zu 50 Prozent von BAFA gefördert. Ihre Netto-Kosten betragen also 400 bis 750 Euro.
MEUVO-Service: Wir arbeiten mit zertifizierten Energieberatern zusammen und unterstützen Sie bei der Antragstellung.
Vakuumdämmung ist die ideale Lösung für die Innendämmung von Altbauten, wenn der Platz begrenzt ist oder historische Räume wenig verändert werden sollen. Die zehnfache Dämmleistung gegenüber konventionellen Materialien ermöglicht GEG-konforme U-Werte bei minimaler Aufbauhöhe.
Der höhere Preis relativiert sich durch den Wert des gewonnenen Wohnraums und die hohe Energieeinsparung. In innerstädtischen Lagen mit Immobilienpreisen über 5.000 Euro pro Quadratmeter ist Vakuumdämmung wirtschaftlich oft die bessere Wahl.
Entscheidend für den Erfolg sind sorgfältige bauphysikalische Planung, luftdichte Dampfbremsen und qualifizierte Ausführung. Beauftragen Sie einen Fachplaner mit der Berechnung und wählen Sie Handwerker mit nachweisbarer Erfahrung.
MEUVO berät Sie als exklusiver Vacupor-Partner für Bayern, Sachsen, Berlin und Brandenburg bei der Planung und Umsetzung Ihres Sanierungsprojekts. Wir erstellen U-Wert-Berechnungen, hygrothermische Simulationen und vermitteln qualifizierte Verarbeitungsbetriebe. Vereinbaren Sie jetzt einen Beratungstermin und senden Sie uns Ihre Anfrage über das Kontaktformular. Unser Fachteam wird sich innerhalb von 24 h bei Ihnen melden.
Häufige Fragen zur Altbau-Innendämmung mit Vakuumdämmung beantworten wir in unserem FAQ.
Innendämmung ist anspruchsvoller als Außendämmung, aber bei fachgerechter Planung und Ausführung unproblematisch. Entscheidend sind eine bauphysikalische Berechnung, eine luftdichte Dampfbremse und die Minimierung von Wärmebrücken. Millionenfach ausgeführte Innendämmungen in ganz Deutschland zeigen, dass das System funktioniert.
Der Hersteller Porextherm gibt für Vacupor-Produkte eine Garantie von 50 Jahren. Langzeitmessungen an älteren Installationen zeigen, dass der Vakuumverlust unter 10 Prozent in 50 Jahren liegt. Die Dämmwirkung bleibt also nahezu konstant. Das entspricht der Lebensdauer des Gebäudes.
Eine Beschädigung der Folienumhüllung führt zum Vakuumverlust – die Dämmleistung sinkt auf etwa das Niveau von Mineralwolle. Deshalb ist sorgfältige Verarbeitung entscheidend. Bei der Montage sind Beschädigungen durch spitze Gegenstände zu vermeiden. Nach der Montage ist die Dämmung durch Beplankung oder Putz geschützt – spätere Beschädigungen sind dann unwahrscheinlich.
Ja, aber mit Einschränkungen. Für leichte Lasten wie Bilderrahmen können Sie problemlos bohren – der lokale Vakuumverlust ist vernachlässigbar. Für schwere Lasten wie Hängeschränke sollten Sie Befestigungspunkte in der Planung vorsehen und die Vakuumdämmung dort aussparen oder auf spezielle Durchdringungssysteme zurückgreifen.
Die Herstellung von Vakuumdämmplatten ist energieintensiver als die von konventionellen Dämmstoffen. Über die Nutzungsphase von 50 Jahren spart die Vakuumdämmung aber ein Vielfaches der Herstellungsenergie ein. Die Ökobilanz ist positiv. Zudem vermeidet die geringe Dicke Material und Transport. Am Lebensende können die Platten als Dämmstoff recycliert oder thermisch verwertet werden.
Alternativen zur Vakuumdämmung für die Innendämmung sind Mineralwolle-Systeme, Holzfaserdämmung, Kalziumsilikat-Platten oder Aerogel-Dämmputz. Alle haben höhere Lambda-Werte und erfordern dickere Aufbauten. Kalziumsilikat ist kapillaraktiv und kommt ohne Dampfbremse aus, erreicht aber nur U-Werte um 0,40 W/(m²K). Aerogel ist ähnlich leistungsfähig wie Vakuumdämmung, aber deutlich teurer.
Ja. Jeder Altbau ist anders – unterschiedliche Wandaufbauten, Mauerdicken, Feuchteverhältnisse. Eine pauschale Lösung gibt es nicht. Die hygrothermische Simulation nach DIN 4108-3 ist Standard und sollte von einem Fachplaner durchgeführt werden. Die Kosten sind überschaubar und vermeiden teure Fehlentscheidungen.