Der Passivhaus-Standard definiert die Spitze energieeffizienten Bauens in Mitteleuropa. Mit einem Heizwärmebedarf von maximal 15 kWh/(m²a) stellt er höchste Anforderungen an die Gebäudehülle – und damit an die Dämmung. Während konventionelle Dämmstoffe für diese U-Werte Aufbauhöhen von 300 bis 400 mm erfordern, ermöglichen Vakuumdämmpaneele dieselbe Dämmleistung bei 30 bis 50 mm. Gerade bei der Bodenplatte, wo jeder zusätzliche Zentimeter die Gründungstiefe und damit die Baukosten erhöht, wird dieser Unterschied wirtschaftlich relevant.
Dieser Ratgeber erklärt, warum Vakuumdämmung für Passivhäuser nicht nur eine Option, sondern häufig die technisch und wirtschaftlich sinnvollste Lösung ist. Sie erhalten Informationen darüber, welche U-Werte die Passivhaus-Zertifizierung fordert, wie Vakuumpaneele diese Werte bei minimaler Aufbauhöhe erreichen und worauf Sie bei der Planung achten sollten. Informieren Sie sich in unserem separaten Ratgeber, wenn Sie mehr über die Anwendungsbereiche von Vakuumdämmung erfahren möchten.
Das Passivhaus-Konzept basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz: Wärmeverluste werden so weit reduziert, dass eine konventionelle Heizungsanlage praktisch überflüssig wird. Die Restwärme aus Sonne, Bewohnern und Haushaltsgeräten reicht aus, um den Heizwärmebedarf von maximal 15 kWh/(m²a) zu decken.
Zentrale Anforderungen an die Gebäudehülle:
U-Werte: Passivhäuser erfordern U-Werte von maximal 0,10 bis 0,15 W/(m²·K) für alle opaken Bauteile. Die Bodenplatte muss typischerweise einen U-Wert von 0,12 bis 0,15 W/(m²·K) erreichen – abhängig vom PHI-Zertifizierungsstandard (Classic, Plus, Premium) und der Klimazone.
Wärmebrückenfreiheit: Der Wärmebrückenzuschlag Ψ muss unter 0,01 W/(mK) liegen. Anschlüsse zwischen Bodenplatte und Außenwand sind besonders kritisch, weil hier große Wärmeströme abfließen können.
Luftdichtheit: Die Luftwechselrate n₅₀ darf 0,6 h⁻¹ nicht überschreiten. Durchdringungen durch die Dämmebene – etwa für Ver- und Entsorgungsleitungen – müssen sorgfältig geplant werden.
Transmissionswärmeverlust: Der spezifische Transmissionswärmeverlust H'T darf 0,30 W/(m²K) (Classic) bis 0,15 W/(m²K) (Premium) nicht übersteigen. Die Bodenplatte trägt etwa 15 bis 20 Prozent zu den Transmissionsverlusten bei – ihre Dämmqualität hat also direkten Einfluss auf die Zertifizierbarkeit.
Diese Anforderungen bedeuten konkret: Mit einem Lambda-Wert von 0,035 W/(mK) (Standard-EPS) benötigen Sie für U = 0,12 W/(m²·K) eine Dämmstoffdicke von etwa 300 mm. Bei einer Wohnfläche von 140 m² entspricht das einem Dämmvolumen von 42 m³ allein unter der Bodenplatte.
Die Bodenplatte eines Passivhauses steht vor einem Zielkonflikt: Sie muss extrem gut dämmen, darf aber nicht beliebig dick sein, weil jeder zusätzliche Zentimeter die Aushubtiefe, die Fundamentkosten und die Gesamthöhe des Gebäudes erhöht.
Mit Standard-EPS (λ = 0,035 W/(mK)) ergibt sich für U = 0,12 W/(m²·K) eine erforderliche Dicke von etwa 290 mm. Die Gesamtkonstruktion umfasst dann:
Frostschutzkies: 300-400 mm
EPS-Dämmung: 290 mm
Bodenplatte: 200-250 mm
Gesamttiefe unter Oberkante Fertigfußboden: etwa 800-940 mm
Bei einem Einfamilienhaus mit 140 m² Grundfläche bedeutet das einen Bodenaushub von 110 bis 130 m³. Bei schwierigen Bodenverhältnissen oder hohem Grundwasserstand wird das kostspielig.
Vakuumdämmpaneele (VIP) erreichen Lambda-Werte von 0,004 bis 0,007 W/(mK) – etwa ein Zehntel konventioneller Materialien. Für U = 0,12 W/(m²·K) genügen 30 bis 50 mm VIP-Dämmung.
Konstruktion mit Vakuumdämmung:
Frostschutzkies: 300-400 mm
VIP-Dämmung: 40 mm
Bodenplatte: 200-250 mm
Gesamttiefe: etwa 550-690 mm
Einsparung: 250 bis 290 mm weniger Aushubtiefe. Bei 140 m² Grundfläche entspricht das 35 bis 40 m³ weniger Bodenaushub. Die eingesparte Aushubmenge kompensiert einen erheblichen Teil der VIP-Mehrkosten, weil Erdarbeiten in innerstädtischen Lagen oder bei schwierigen Bodenverhältnissen mit 60 bis 120 Euro/m³ zu Buche schlagen.
Geringere Gebäudehöhe: Jede eingesparte Zentimeter Bodenaufbau reduziert die Gesamthöhe des Gebäudes. In dicht bebauten Quartieren mit Höhenbeschränkungen kann das entscheidend sein, um innerhalb der Baugrenzen zu bleiben oder ein zusätzliches Geschoss zu realisieren.
Reduzierte Wärmebrücken an Anschlüssen: Die dünnere Dämmschicht vereinfacht Anschlussdetails. Der Übergang von der Bodenplatte zur Außenwanddämmung lässt sich mit VIP auf kürzerer Distanz realisieren, was die Wärmebrückenverluste reduziert.
Flexibilität bei Durchdringungen: Ver- und Entsorgungsleitungen müssen durch die Dämmebene geführt werden. Bei 40 mm VIP-Dicke ist die Detailplanung einfacher als bei 300 mm EPS, wo lange Rohrdurchführungen entstehen.
Präzisere Einhaltung des PHPP-Budgets: Das Passivhaus-Planungspaket (PHPP) rechnet mit exakten U-Werten. VIP-Systeme bieten vorhersagbare, zuverlässige Lambda-Werte ohne Alterungseffekte, die bei manchen konventionellen Dämmstoffen berücksichtigt werden müssen.
Beispiel: Einfamilienhaus, 140 m² Grundfläche, Ziel-U-Wert 0,12 W/(m²K)
Parameter | VIP-Lösung | EPS-Lösung |
|---|---|---|
Dämmstoffdicke | 40 mm | 290 mm |
Gesamtaufbau unter OKFF | 650 mm | 890 mm |
Bodenaushub | 91 m³ | 125 m³ |
Materialkosten Dämmung | 16.800 € | 4.200 € |
Aushubkosten (80 €/m³) | 7.280 € | 10.000 € |
Verlegekosten | 2.800 € | 1.400 € |
Gesamtkosten | 26.880 € | 15.600 € |
Mehrkosten VIP | +11.280 € | - |
Lambda-Wert | 0,007 W/(mK) | 0,035 W/(mK) |
U-Wert erreicht | 0,12 W/(m²K) | 0,12 W/(m²K) |
Wirtschaftlichkeitsbewertung:
Die VIP-Lösung verursacht Mehrkosten von 11.280 € (72% teurer). Diese relativieren sich durch:
Eingesparte Aushubtiefe: 240 mm = 34 m³ weniger Bodenaushub (2.720 € Einsparung bei 80 €/m³)
Reduzierte Gebäudehöhe: Ermöglicht ggf. zusätzliches Geschoss bei Höhenbeschränkung (nicht quantifizierbar)
Bauzeit: 1-2 Tage kürzer (bei GU-Kalkulation relevant)
Empfehlung:
VIP ist wirtschaftlich sinnvoll bei: Hohen Aushubkosten (Grundwasser, Fels), Höhenbeschränkungen, Premium-Passivhaus (< 0,10 W/(m²K))
EPS ist ausreichend bei: Normalen Bodenverhältnissen, Standard-Passivhaus (0,15 W/(m²K)), Budget-Fokus
Die Dämmung unter der Bodenplatte muss hohe Drucklasten aufnehmen. Während des Betonierens wirken kurzzeitig 200 bis 300 kg/m², dauerhaft lasten etwa 50 bis 80 kg/m² (Eigengewicht der Platte plus Nutzlast).
Für Anwendungen unter der Bodenplatte werden VIP mit Druckfestigkeiten von mindestens 200 kPa (entspricht 2.000 kg/m²) eingesetzt. Das ist deutlich mehr, als die Belastung erfordert, schafft aber notwendige Sicherheitsreserven für den Baustellenbetrieb.
MEUVO vertreibt für diese Anwendung die Vacupor-Produktlinie von Porextherm.
Das Produkt Vacupor BG-B2 ist speziell für Bodenplatten entwickelt:
Lambda-Wert: 0,007 W/(mK)
Druckfestigkeit: 200 kPa
Verfügbare Dicken: 30, 40, 50 mm
Formate: 600 x 1.200 mm, 600 x 2.400 mm (Sonderformate auf Anfrage)
Wichtig: Vakuumdämmpaneele dürfen nicht vor Ort zugeschnitten werden. Jeder Schnitt zerstört das Vakuum und reduziert die Dämmleistung um etwa 80 Prozent. Die Planung erfordert deshalb einen präzisen Verlegeplan, der die Plattengröße und -anordnung auf die Grundrissmasse abstimmt.
Frostschutzkies: 300-400 mm, verdichtet
Sauberkeitsschicht: 50 mm Magerbeton (optional, aber empfohlen für ebenen Untergrund)
Feuchtigkeitssperre: PE-Folie 0,2 mm
Vakuumdämmung: 40 mm Vacupor BG-B2
Trennfolie: PE-Folie 0,2 mm (verhindert Verbund mit Beton)
Stahlbetonplatte: 200-250 mm
Estrich: 60-80 mm (optional Fußbodenheizung integriert)
Gesamtaufbau: etwa 650-740 mm unter Oberkante Fertigfußboden.
Der kritische Punkt bei Passivhäusern ist der Übergang von der horizontalen Dämmung (Bodenplatte) zur vertikalen Dämmung (Außenwand). Wärmebrücken entstehen, wenn die Dämmebenen nicht lückenlos ineinander übergehen.
Empfohlene Detaillösung mit VIP:
Die VIP-Dämmung unter der Bodenplatte wird bis zur Außenkante geführt.
Die Bodenplatte endet an der Außenkante.
Die Außenwanddämmung (ebenfalls VIP oder konventionell, je nach Wandkonstruktion) wird auf die Bodenplatte aufgesetzt und überdeckt die Anschlusskante.
Ein L-förmiger VIP-Kantenschutz (Vacupor Kantenpaneel) verbindet horizontale und vertikale Dämmebene.
Ergebnis: Der Wärmebrückenverlust Ψ liegt unter 0,005 W/(mK) – deutlich unter der Passivhaus-Anforderung von 0,01 W/(mK).
MEUVO erstellt für Planungsbüros kostenlos projektspezifische Anschlussdetails im Maßstab 1:5, die als Grundlage für die Ausführungsplanung dienen.
Die Berechnung des U-Werts einer VIP-gedämmten Bodenplatte folgt der DIN EN ISO 6946. Dabei müssen zwei Besonderheiten berücksichtigt werden:
Vakuumdämmpaneele sind nicht fugenlos verlegbar. An den Stoßfugen entsteht eine schmale Fuge (2-3 mm), die mit einem Fugenband verschlossen wird. Diese Fugen haben einen höheren Wärmedurchgang als die Paneelfläche selbst.
Berechnungsansatz: Der effektive Lambda-Wert des VIP-Systems (Paneel + Fugen) liegt typischerweise 10 bis 15 Prozent über dem Lambda-Wert des reinen Paneels. Bei Lambda_Paneel = 0,007 W/(mK) ergibt sich Lambda_eff = etwa 0,008 W/(mK).
Dieser Aufschlag ist in der DIBt-Zulassung der Vacupor-Produkte bereits berücksichtigt. Die im Datenblatt angegebenen U-Werte beziehen sich auf das Gesamtsystem einschließlich Fugen.
Bodenplatten stehen im Kontakt mit dem Erdreich, das eine Temperatur zwischen 8 und 12 °C aufweist (deutlich höher als die Außenluft im Winter). Die Norm DIN 4108-2 berücksichtigt das durch einen reduzierten Temperaturfaktor.
Vereinfachte Berechnung (ohne Randzonen):
Für eine Bodenplatte mit 40 mm Vacupor BG-B2:
R_VIP = d / λ_eff = 0,040 m / 0,008 W/(mK) = 5,0 m²K/W
R_gesamt = R_VIP + R_si + R_se
(R_si = 0,17 m²K/W innen, R_se = 0,00 m²K/W gegen Erdreich)
R_gesamt = 5,0 + 0,17 = 5,17 m²K/W
U = 1 / R_gesamt = 0,19 W/(m²·K)
Korrekturfaktor für Erdreich: Nach DIN 4108-2 wird der U-Wert mit einem Temperaturfaktor f_Erdreich multipliziert, der von der Geometrie abhängt. Für typische Wohngebäude liegt f_Erdreich zwischen 0,60 und 0,70.
U_eff = 0,19 × 0,65 = 0,12 W/(m²·K)
Dieser Wert erfüllt die Passivhaus-Anforderung problemlos.
Für 50 mm VIP-Dicke ergibt sich analog: U_eff ≈ 0,10 W/(m²·K) – geeignet für Passivhaus Premium.
Für die Passivhaus-Zertifizierung erfolgt die detaillierte Berechnung im Passivhaus-Planungspaket (PHPP). Dabei werden die exakten Abmessungen, Randzonen, Perimeterdämmung und Anschlussdetails berücksichtigt.
MEUVO unterstützt Planungsbüros bei der PHPP-Eingabe mit geprüften U-Wert-Daten und Wärmebrückenberechnungen für alle Anschlussdetails.
Für die Passivhaus-Zertifizierung müssen alle Bauteilaufbauten im Passivhaus-Planungspaket (PHPP) hinterlegt werden. So geben Sie Vacupor-Dämmung korrekt ein:
Eingabe im Arbeitsblatt "U-Werte":
Material: "Vakuumdämmung VIP"
Wärmeleitfähigkeit: λ = 0,007 W/(mK) (Vacupor BG-B2)
Dicke: [projektspezifisch, z.B. 40 mm = 0,040 m]
Quelle: DIBt-Zulassung Z-23.11-1674
Wichtig: Bei der U-Wert-Berechnung PHPP-konform den ΔU-Zuschlag für Wärmebrücken berücksichtigen:
Fugen zwischen VIP-Paneelen: ΔU ≈ 0,01 W/(m²K)
Befestigungselemente: ΔU ≈ 0,005 W/(m²K)
Für die Passivhaus-Zertifizierung sind Ψ-Werte (Psi-Werte) aller Anschlüsse nachzuweisen:
Typische Ψ-Werte mit VIP (nach DIN EN ISO 10211):
Bodenplatte-Außenwand mit VIP-Kantenpaneel: Ψ < 0,005 W/(mK)
Bodenplatte-Außenwand konventionell: Ψ ≈ 0,08-0,15 W/(mK)
MEUVO stellt projektspezifische Wärmebrückenberechnungen nach PHI-Standard zur Verfügung. Diese können direkt ins PHPP übernommen werden.
Erforderliche Unterlagen:
Vollständig ausgefülltes PHPP (Excel)
U-Wert-Berechnungen aller Bauteile
Wärmebrückennachweise (Ψ-Werte)
Technische Datenblätter Vacupor
DIBt-Zulassung
Alle Vacupor-Produkte sind im PHPP hinterlegt und von PHI (Passivhaus Institut) für Zertifizierungen anerkannt.
Die Mehrkosten von Vakuumdämmung sind erheblich, aber sie werden durch eingesparte Baukosten teilweise kompensiert.
Vacupor BG-B2 (40 mm für Passivhaus-Bodenplatte):
Materialpreis: ca. 110-130 Euro/m²
Standard-EPS (300 mm für vergleichbaren U-Wert):
Materialpreis: ca. 25-35 Euro/m²
Differenz: etwa 85-100 Euro/m² – auf den ersten Blick eine erhebliche Mehrbelastung.
Reduzierter Bodenaushub: 250 mm weniger Tiefe bei 140 m² = 35 m³ Aushub gespart.
Einsparung bei 80 Euro/m³: 2.800 Euro
Verkürzte Bauzeit: Die Verlegung von 40 mm VIP dauert etwa 1 Tag (bei 140 m²). EPS-Dämmung in mehreren Lagen (300 mm) erfordert 2-3 Tage. Bei Generalunternehmerleistung mit Tagessatz 3.000 Euro: Einsparung 3.000-6.000 Euro.
Geringere Fundamentkosten: Bei schwierigen Bodenverhältnissen (Grundwasser, felsiger Untergrund) können die reduzierten Aushubarbeiten zu deutlich höheren Einsparungen führen.
Architektonischer Gewinn: Die reduzierte Gebäudehöhe kann in dicht bebauten Lagen entscheidend sein, um innerhalb der Baugrenzen zu bleiben – ein Wert, der sich nicht quantifizieren lässt, aber im Einzelfall projektentscheidend sein kann.
VIP-Lösung:
VIP-Material: 16.800 Euro (120 Euro/m²)
Verlegung: 2.800 Euro (20 Euro/m²)
Aushub: 6.400 Euro (80 m³ × 80 Euro)
Gesamt: 26.000 Euro
EPS-Lösung:
EPS-Material: 4.200 Euro (30 Euro/m²)
Verlegung: 1.400 Euro (10 Euro/m²)
Aushub: 9.200 Euro (115 m³ × 80 Euro)
Gesamt: 14.800 Euro
Mehrkosten VIP: 11.200 Euro bei einem Passivhaus-Gesamtbudget von typischerweise 400.000 bis 600.000 Euro – das entspricht 2 bis 3 Prozent der Baukosten.
Diese Mehrkosten relativieren sich, wenn man berücksichtigt:
Die deutlich reduzierte Aufbauhöhe ermöglicht andere Planungsfreiheiten
Der Heizwärmebedarf sinkt geringfügig weiter (bessere U-Werte)
Die Lebensdauer von VIP liegt bei 50+ Jahren ohne Leistungsverlust
Die Verarbeitung von Vakuumdämmpaneelen unter der Bodenplatte erfordert sorgfältige Planung, ist aber technisch unkritisch, wenn einige Grundregeln beachtet werden.
Weil VIP nicht auf der Baustelle zugeschnitten werden kann, muss vor der Bestellung ein exakter Verlegeplan erstellt werden. Dabei werden die Plattengröße und -anordnung so optimiert, dass:
Verschnitt minimiert wird
Fugen versetzt verlaufen (nicht kreuzförmig)
Randabschlüsse mit Sonderformaten oder Restflächen konventionell gedämmt werden
MEUVO bietet Planungsbüros diesen Service kostenlos an: Sie übermitteln die Grundrisspläne, wir erstellen innerhalb von 3-5 Werktagen einen optimierten Verlegeplan mit Stückliste.
Die VIP müssen vollflächig aufliegen. Unebenheiten führen zu Hohlräumen, die die Dämmwirkung reduzieren. Die Sauberkeitsschicht (Magerbeton) sollte deshalb mit einer Toleranz von maximal 5 mm auf 2 m Richtschnurlänge ausgeführt werden.
Falls die Sauberkeitsschicht weggelassen wird (Kostenersparnis), muss der Frostschutzkies besonders sorgfältig abgezogen und verdichtet werden. Erfahrungsgemäß ist die Magerbeton-Variante zuverlässiger.
Die Hochbarrierefolie der VIP ist robust, aber nicht unzerstörbar. Spitze Gegenstände (Schaufeln, Werkzeuge) können die Folie durchstoßen. Deshalb:
PE-Trennfolie über den VIP schützt vor Beschädigungen beim Betonieren
Baustellenpersonal sollte eingewiesen werden
Betreten der VIP nur mit weichen Schuhen (keine Stahlkappen)
Was passiert bei Beschädigung? Ein einzelnes durchstochenes Paneel verliert seine Dämmleistung (Lambda steigt von 0,007 auf etwa 0,035 W/(mK)). Da die Paneele einzeln evakuiert sind, bleibt die Dämmleistung der benachbarten Paneele erhalten. Der U-Wert der Gesamtkonstruktion verschlechtert sich geringfügig (etwa 5 bis 10 Prozent bei einem beschädigten Paneel unter 20).
Ver- und Entsorgungsleitungen müssen teilweise durch die Dämmebene geführt werden. An diesen Stellen wird konventionelle Dämmung (z. B. PU-Schaumrohr) eingesetzt. Die Leitungsführung sollte frühzeitig geplant werden, um die VIP-Verlegung darauf abzustimmen.
Empfehlung: Leitungen möglichst in Randbereichen bündeln, wo ohnehin konventionelle Dämmung zum Einsatz kommt.
Die Vacupor-Produktlinie von Porextherm ist seit über 15 Jahren am Markt und verfügt über eine bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt). Zahlreiche zertifizierte Passivhäuser wurden bereits mit Vacupor-Systemen realisiert.
Technische Daten Vacupor Vakuumdämmplatten für Passivhaus:
Wärmeleitfähigkeit: λ = 0,007 W/(mK)
Druckfestigkeit: 200 kPa (BG-B2 für Bodenplatten)
Formate: 600 x 1.200 mm, 600 x 2.400 mm
Dicken: 30, 40, 50 mm (Passivhaus typisch 40-50 mm)
Lebensdauer: 50+ Jahre (garantiert)
Zulassung: DIBt Z-23.11-1559
PHPP-kompatibel: Ja (Lambda-Werte hinterlegt)
Vacupor BG-B2 (Bodenplatte unter Fundamentplatte):
Lambda: 0,007 W/(mK)
Druckfestigkeit: 200 kPa
Dicken: 30, 40, 50 mm
Einsatz: Dämmung unter erdberührter Bodenplatte
Vacupor NT-B2 (Geschossdecken, oberseitige Bodendämmung):
Lambda: 0,007 W/(mK)
Druckfestigkeit: 100 kPa
Dicken: 20, 30, 40 mm
Einsatz: Dämmung oberhalb der Bodenplatte (z. B. unter Estrich), Kellerdecke von oben
Vacupor PS-B2 (Fassaden, Innendämmung):
Lambda: 0,007 W/(mK)
Druckfestigkeit: 50 kPa
Dicken: 20, 30, 40, 50 mm
Einsatz: Wanddämmung innen und außen
Alle Produkte sind mit DIBt-Zulassung versehen und im PHPP als Dämmstoffe hinterlegt. Die Lambda-Werte sind für die Lebensdauer garantiert (50+ Jahre).
MEUVO ist ausschließlicher Partner für die VACUPOR Produkte der Firma Porextherm in den Regionen Bayern, Sachsen und Berlin und Brandenburg. Seit 2010 haben wir über 30 Passivhaus-Zertifizierungen mit Vacupor-Systemen begleitet – von Einfamilienhäusern bis zu Mehrfamilienhäusern mit 20 Wohneinheiten. Unsere Erfahrung umfasst alle Passivhaus-Klassen (Classic, Plus, Premium) und verschiedene Gebäudetypen (Neubau, Altbausanierung, EnerPHit).
Für Passivhaus-Projekte bieten wir:
Kostenlose Verlegepläne und U-Wert-Berechnungen
PHPP-kompatible Wärmebrückenberechnungen für Anschlussdetails
Projektbezogene Materialberatung
Schulungen für ausführende Betriebe
Wir bieten Ihnen Unterstützung bei der Planung Ihres Projektes. Senden Sie Ihre Anfrage über das Kontaktformular. Unser Fachteam wird sich innerhalb von 24 h bei Ihnen melden.
Neben der Bodenplatte gibt es weitere Anwendungen für Vakuumdämmung in Passivhäusern:
Bei der Sanierung von Bestandsgebäuden zum Passivhaus-Standard (EnerPHit) ist oft nur eine Innendämmung möglich (Denkmalschutz, Grenzbebauung). Mit 50 mm VIP erreichen Sie U = 0,15 W/(m²·K) bei minimalem Raumverlust.
Am Dachrand treffen vertikale und horizontale Dämmebenen aufeinander. Die kompakte Bauweise mit VIP ermöglicht wärmebrückenarme Details bei schlanken Konstruktionen.
Tiefen Fensterlaibungen bei dicken Außenwänden lassen sich vermeiden, wenn die Wanddämmung mit VIP ausgeführt wird. Die schlanke Konstruktion erlaubt größere Fensterflächen bei gleichem U-Wert.
Vakuumdämmung ist für Passivhaus-Projekte nicht zwingend erforderlich, aber häufig die wirtschaftlich und technisch überlegene Lösung. Die Mehrkosten von 10.000 bis 15.000 Euro (bei 140 m² Bodenplatte) werden durch eingesparte Erdarbeiten, verkürzte Bauzeit und architektonische Freiheiten teilweise kompensiert.
VIP ist die erste Wahl, wenn:
Die Gebäudehöhe kritisch ist (Baugrenzen, zusätzliches Geschoss)
Schwierige Bodenverhältnisse hohe Aushubkosten verursachen
Wärmebrückenarme Details bei schlanken Konstruktionen gefordert sind
Die Passivhaus-Premium-Zertifizierung angestrebt wird (U < 0,10 W/(m²·K))
Konventionelle Dämmung ist ausreichend, wenn:
Ausreichend Gründungstiefe ohne Mehrkosten möglich ist
Das Budget begrenzt ist und die zusätzliche Aufbauhöhe akzeptiert wird
Die Passivhaus-Classic-Zertifizierung ausreicht (U = 0,15 W/(m²·K))
Für eine projektbezogene Beratung, PHPP-kompatible U-Wert-Berechnungen oder Verlegepläne steht Ihnen das MEUVO-Team zur Verfügung. Wir haben bereits über 30 Passivhaus-Projekte mit Vacupor-Systemen begleitet und kennen die spezifischen Anforderungen der Zertifizierung. Senden Sie Ihre Anfrage direkt über das Kontaktformular.
Nein. Die Passivhaus-Zertifizierung ist technologieneutral. Sie können die geforderten U-Werte auch mit konventionellen Dämmstoffen erreichen – allerdings mit erheblich größeren Aufbauhöhen. VIP ist eine Option, keine Pflicht.
Ja, ohne Einschränkung. Die VIP liegen unter der Bodenplatte, die Fußbodenheizung wird oberhalb im Estrich verlegt. Die exzellente Dämmung reduziert sogar die Wärmeverluste nach unten und verbessert die Reaktionszeit der Fußbodenheizung.
Bei Anwendungen unter der Bodenplatte ist eine Beschädigung nach der Fertigstellung praktisch ausgeschlossen, weil die VIP durch die Betonplatte geschützt sind. Sollte dennoch ein Paneel ausfallen, bleibt die Dämmleistung der übrigen Paneele erhalten. Der U-Wert der Gesamtkonstruktion verschlechtert sich nur geringfügig.
Porextherm gibt 50 Jahre Lebensdauer an. Messungen an über 15 Jahre alten Paneelen zeigen keine signifikante Verschlechterung. Die DIBt-Zulassung basiert auf Langzeitstudien, die eine stabile Dämmleistung über die gesamte Nutzungsdauer des Gebäudes bestätigen.
Ja, das ist sogar üblich. In den Randbereichen oder bei Leitungsdurchführungen wird konventionelle Dämmung eingesetzt. Wichtig ist nur, dass die Anschlüsse wärmebrückenfrei geplant werden.